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Auf den Sonntag folgt der Montag und der ist bei mir aktuell ein normaler Arbeitstag. Zwar sind viele Kollegen im Homeoffice, aber ein paar Leute halten bei uns im Radiosender die Stellung. Diese Situation ist für alle ungewohnt und es geht drunter und drüber. Nach dem ersten Tag Testlauf bin ich verwirrt und bringe Ordnung in die Arbeit und die Gedanken mit einer Google-Tabelle. Ordnung muss sein und nimmt auch ein wenig den Stress weg. Bayern hat den Katastrophenfall ausgerufen. Markus Söder hat Geld versprochen. Noch gibt es keine Ausgangssperre, noch.
Zwischen diesem unnormalen Wahnsinn tauchen auch immer wieder Gedanken der Existenzangst auf. Ich denke an meine Freunde, die in freier Mitarbeit sind und nicht wissen, wie die nächsten Wochen werden. Wie sie ihre Miete bezahlen sollen, ob sie nach der Krise noch Aufträge bekommen werden oder sich schon mal vorab arbeitslos melden sollen. Auch Menschen in Kultureinrichtungen, 450€ Kräfte sind betroffen. Wie werden sie ihr Leben meistern? Ist der Hilfsschirm von Markus Söder ausreichend, um auch diese Menschen aufzufangen oder bleiben sie auf der Strecke.
Dazwischen sitze ich auf 19 qm vor meinem Rechner und mache mir meine eigenen Gedanken. Der Große kocht und ich denke an die Zukunft. Mein aktuelles Arbeitsverhältnis endet am 15. April. Was danach kommt? Weiß noch nicht. Ich habe zwei Angebote auf dem Tisch und alle 30 Minuten ändert sich meine Meinung. Welchen Job soll ich annehmen? Soll ich überhaupt einen Job annehmen? Wie soll ich umziehen in Zeiten von drohenden Ausgangssperren? Wenn ich keine Stelle annehme, werde ich überhaupt eine bekommen? Mach ich mir zu viele Sorgen?
Heute Abend reden der Große und ich nicht viel. Wir schauen West World und essen. Unterhalten uns über die Serie, aber nicht über die Zukunft.
Am Ende des Tages kuscheln wir trotzdem im Bett und bringen so ein bisschen Zuversicht und ein heimeliges Gefühl in die Corona WG.
-Lea K.
2 Responses to Corona-WG, Tag 2: Existenzangst