Lied für Hanna

Sie soll studieren, sie soll recherchieren,
sorgsam zitieren und sich kritisch informieren,
sie soll promovieren und Gelder akquirieren,
ständig publizieren und Studierende trainieren,
sie soll anderthalb Jahrzehnte lang ihr Fach repräsentieren
und Präsenzveranstaltungen via Zoom substituieren,
und nebenbei kann sie auch habilitieren, ja
nebenbei soll sie auch habilitieren

[Instrumental 1x]

Sie muss doch nur flexibel agieren
und Konkurrenten eliminieren,
man wird sie fair evaluieren
klar, leider, die Stelle halbieren

Da wird aber wieder was frei
mit Drittmitteln ist sie dabei,
und Familie war auch eh nie ihr Ding, nee,
erst mal einen Umzug nach Unterhaching – ja klar –,
erst mal einen Umzug nach Unterhaching

Sie kennt alle Karrierezutaten,
sie lässt sich schließlich häufig beraten
es geht ihr ja gar nicht ums Geld, oh no,
es geht ihr um den Lehrauftrag in Bielefeld, u-hu,
es geht ihr um den Lehrauftrag in Bielefeld

[Instrumental 2x]

Doch irgendwann ist das Fass voll,
irgendwann werden die klopfen,
irgendwann sagen die bedeutungsvoll:
Sie ist nur hier um zu verstopfen!

Sie muss doch nur akzeptieren,
sie ist hier um sich zu qualifizieren,
das ist doch auch Unabhängigkeit,
man verlangt doch wirklich nicht viel,
das ist doch auch ne Chance, komm, mensch,
das ist doch auch ne Chance
für den Neustart in Kiel, oh ja – ja
für den Neustart in Kiel.

[Instrumental 1x]

Dann kommt ne Mail und da steht im Betreff:
“Kennst Du das Video vom BMBF?”
“Denk das nochmal ganz von Beginn,
hinter allem steckt doch EIN SINN!
Mensch, hinter allem steckt doch EIN SINN!”

Hinter allem steht doch Innovation,
hinter ihr steht doch die Institution
noch bis März, denn dann ist sie frei,
für den nächsten Schritt in der Phrasendrescherei.
Ja, für den nächsten Schritt in der Phrasendrescherei.

[Instrumental 1x]

Das alles ist Hanna, das gesamte System,
kann ich’s nur nicht verstehen oder liegt da das Problem?
Hat sich sicher irgendjemand was sehr Schlaues einfall’n lassen,
ich frag nur für ne Freundin: können wir’s jetzt wieder lassen!?

Wir alle sind Hanna, auch wenn wir erst studieren,
und wieder einmal unsere Betreuerin verlieren,
auch wenn wir zu den fünf Prozent der Glücklichen uns zählen,
die den Rest entlassen, um ihn neu zu erwählen,
auch wenn wir lange schon das Land verlassen haben,
weil die uns nicht ne neue Frist nach WissZeitVG gaben
weil die uns nicht ne neue Frist nach WissZeitVG gaben

weil wir weiter daran glauben,
dass sie uns schätzen und uns brauchen,
drum bastel’ ich einen Banner,
mit dem Hashtag: #ichBinHanna – oh yeah!
Ihr kennt den Hashtag #ichBinHanna – jajaja!
Tweeted den Hashtag #ichBinHannaaaaa!
Der Hashtag bleibt #ichBinHanna (Hannah – Hannah – Hannah)
Hoch das Banner!

(Work in Progress, Update vom 23. Juni 2021)

Du hast noch nicht von Hanna gehört? Schau hier: https://ichbinhanna.wordpress.com/
Hashtag: https://twitter.com/search?q=%23IchbinHanna&src=recent_search_click

  • Lukas (Text) & Phil (Musik)
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The Time Will Come

Frohe Weihnachten an euch alle von den Kastenwesen! Als kleine Überraschung haben wir *heute* ein Videoprojekt fertig bekommen, das noch auf einem Quarantänekasten-Shooting im Frühjahr auf der schwäbischen Alb und auf einer Aufzeichnung unseres Online-Kästchens vom 15.11. basiert. Einen großen Dank an alle Beteiligten vor und hinter den Kameras!

Bessere Zeiten werden kommen!

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KASTENWESEN: JETZT HALT ONLINE!

Einladung zur Kastenwesen Online-Live-Bespaßung
am nächsten Sonntag,
15. November 2020, 17 uhr:
https://bit.ly/38qnqcV
Jetzt halt online - klein
Es ist ein schwieriges Jahr, es ist ein Lockdown-Jahr.
Es ist ein Jahr in dem die meisten von uns die meiste Zeit in einem der kleinsten Kästen verbrachten:
unseren eigenen vier Wänden!
Höchste Zeit, sich darüber auszutauschen und das Jahr nochmal Revue passieren zu lassen!
Und vor Allem: Zeit, etwas Lustiges mit Zoom zu machen!Kaffee holen, aufs Sofa kuscheln, Monitor an, in den Kasten gucken:

Die Kastenwesen laden herzlich ein zu einer frühabendlichen Live-Bespaßung in Deinen eigenen vier Wänden:
„Jetzt halt Online!“
Wir sehen uns:
15. November 2020, 17 uhr,
LIVE VIA ZOOM:
https://bit.ly/38qnqcV,
Meeting ID: 963 0952 0288

 

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Album Cover Challenge #1

„Attention… attention! The Außenstelle der Skurrilen Bibliothek Köln-Bonn cordially invite you to join the first ‚Album Cover Challenge‘ in Germany (we know, very exciting). Here is an album cover we designed tonight. The challenge is, you all come up with a band name and an album name to match the image.

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Artwork by Tolmie MacRae, https://tolmiemacrae.com/, Photograph & Idea by Corinna Speth

The idea is to create images youself for others to create names to match the image (album cover).“

Send suggestions for a band & album name to lukas@kastenwesen.com.
Continuously updated:

Contributed Suggestions:
Moratorium on Mars – The Children Are Asleep Now
(Lukas)

Falling Gods – Final Frontiers
(Anderer Stephan)

Lampyris noctiluca – glow to death
(Vera)

AufJedenFall – Sparkeling Pirates and Farting Fairies
(Sandra)

Jungelist Factory – Return of the Solar Storm
(Corinna)

Dark Matters – Dark Matters
(Carl)

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Ein formloser Mitgliedsantrag von Doro/thea

Bald ist es schon ein Jahr, dass die Kastenwesen am 23. November 2019 um 19:09 Uhr im Kreisjugendheim Ernsthofen zum eingetragenen gemeinnützigen Verein geworden sind…! Nach und nach stellen auch die letzten, damals nicht anwesenden Wesen einen offiziellen Mitgliedsantrag, der laut unserer schönen neuen Satzung (§3.2) formlos oder formvollendet an den Vorstand gestellt werden können. Soeben hat uns ein solcher von Doro/thea im Video-Format erreicht. Der Antrag wird umgehend an alle Mitglieder weitergeleitet. Die Mitglieder müssen innerhalb von 2 Wochen zustimmen oder Einwände erheben. Enthaltung gilt als Zustimmung.

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Corona-Wg: Die Corona WG gibt’s noch

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Es ist ne Weile her, dass ich die Sachen gemacht habe, die mir Spaß machen. Aber jetzt bin ich zurück an meinem Schreibtisch und schreibe. Noch eine Sache, die ich lange nicht gemacht habe: Radfahren und Musikhören. Mittlerweile mache ich das wieder und ich muss sagen: Es ist sehr geil. Die letzten zwei Wochen hat mich sowohl Corona, als auch die Arbeitslosigkeit in ein Loch geworfen. Fehlende Bewegung, schlechtes Wetter, fehlende Möglichkeiten einfach mal rauszukommen und mein Bescheid über die Höhe meines, mir vom Staat gebilligten Geldes für meinen Lebensunterhalt haben ihr Übriges getan.

Für mich war immer klar, dass ich in ein Loch fallen werde, wenn der von außen aufgedrückte Tagesrhythmus wegfällt und mir alles um die Ohren fliegt. Dass es so lange gedauert hat, bis es passiert, war sowohl Corona und auch der Corona WG zu verdanken. Alle saßen in einem ähnlichen Boot wie ich. Jetzt bin ich aber fast wieder raus aus diesem Loch an Untätigkeit und das liegt an vielen kleinen Dingen, die durch Zufall durchs Fenster der Corona WG geflogen kamen. Eine Freundin hatte ein Rad in ihrem Keller, das sie nicht mehr braucht und das sie mir überlassen hat. Ich hatte total vergessen, wie viel Spaß radln macht und wie sehr mir das gefehlt hat. Zu Fuß gehen fand ich schon immer irgendwie doof. Mensch braucht ewig, um von A nach B zu kommen. Vor ein paar Wochen haben wir Freunde auf ein oder zwei Bier (und auch Pfeffi) im Garten des Fischerhauses besucht. Wir sind hin und wieder zurückgelaufen, insgesamt wohl eineinhalb Stunden Fußweg und ich hatte Muskelkater – kein Scheiß. Wie unbewegt war ich denn bitte die letzten zwei Monate? Oder wie alt ist mein sonst so verlässliche Körper eigentlich? Mit meinem neuen Drahtesel hab ich dann auch gleich eine längere Tour gemacht, fragt nicht warum. Hier kommt die Kurzfassung: Ich musste vom Bahnhof in Erlangen in den Röthelheimpark im Osten, um meinen Wohnungsschlüssel zu holen. Dann musste ich nach Alterlangen, im Westen und in meine eigene Wohnung (Ja, die gibt’s noch), um den Ersatzschlüssel für das Auto meines Mitbewohners zu holen. Dann ging es in den Erlanger Süden, um dort das Auto passend zum Schlüssel zu holen. Damit bin ich dann in ein Dorf nördlich von Erlangen gefahren, um die Kindersitze zu den entsprechenden Kindern zu bringen. Dann das Auto wieder zurück in den Erlanger Süden. Dann auf einen Plausch zu einer alten Kommilitonin, die zufällig neben der Wohnung der Freundin meines Mitbewohners wohnt. Dann habe ich noch beschlossen, etwas Gutes zu tun und bin bei der Blutspende gewesen. 18.50 Uhr dagewesen und um 20.30 Uhr wieder raus. Nicht weil mein Blut so langsam läuft (Rekordzeit von 9,5 Minuten für 500 ml Blut), sondern weil Corona. Dann in die Stammkneipe und dann wieder in den Erlanger Osten, weil Corona WG. Das hat auf der einen Seite dazu geführt, dass sich meine Laune erheblich gebessert hat und auf der anderen Seite mir der Arsch weh tut, weil ich scheinbar nicht mal mehr Fahrradfahren gewohnt bin. Yeah, 30 ist n geiles Alter.

Was noch dazu geführt hat, dass ich mich aus dem Loch ganz gut rausgezogen habe, war ein spontaner Trip in den Süden von Nürnberg, um Freunde und deren Kinder zu besuchen. Einfach mal raus. Wie beim Fahrradfahren wusste ich vorher nicht, wie sehr mir das gefehlt hat, einfach mal aus Erlangen zu verschwinden. Außerdem sind Kinder toll, wenn es nicht die eigenen sind. Wenn ich so darüber nachdenke, wie schön es war, dort einfach mal zweieinhalb Tage an wenig anderes zu denken, merke sich, wie ich mich dabei ertappe, meine eigenen Gedanken übertrieben zu finden. Es waren nur knapp 48 Stunden, die ich nicht in der Corona WG und ohne viel texten oder Nachrichten verbracht habe. Spinn mal nicht rum, denke ich mir. Ich bin vorher wegen Arbeit auch nicht dauernd woanders hingefahren, aber gerade jetzt habe ich gemerkt, wie sehr es mir gefehlt hat, einfach in den Zug zu steigen und weg zu sein. Oder Musik zu hören und zu lesen oder zu schreiben. Aber genau das habe ich in der letzten Woche gemacht.

-Lea K.

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Corona-Wg: Mal wieder so richtig aufregen

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Die letzten eineinhalb Wochen verging kein Tag, an dem ich mich nicht aufregen musste. Das hat nichts mit Corona zu tun, sondern mit den Privilegien, die wir haben – oder auch nicht.

George Floyd wurde von einem Polizisten ermordet und daraufhin geht es in den USA auf die Straße. Viele demonstrieren friedlich, andere nutzen die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, um zu plündern und zu brandschatzen. Der Tod eines Mannes wird instrumentalisiert und das ist widerlich. Ein Demonstrant fasst das ganz gut zusammen, finde ich. Die Polizei geht mit Gewalt gegen die Proteste vor und schlagen und treten Demonstrant*Innen. Ebenfalls widerlich. Die Videos davon landen im Netz.  Auch Journalist*Innen werden bei ihrer Arbeit behindert.  Es gibt bei diesem ganzen Chaos aber auch positive Stimmen. Polizist*Innen und Bürgermeister*Innen, die solidarisch auf die Knie fallen. Und was macht Donald Trump? Er lässt mit Tränengas Demonstrant*Innen verscheuchen, um dann mit einer Bibel vor einer Kirche zu posieren. Er möchte das Militär auf den Plan rufen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Auch das ist einfach nur widerlich. Ich bin hin und hergerissen zwischen Solidarität, Liebe, Ekel und Fassungslosigkeit. Ich finde es so gut, dass sich viele mit den Menschen solidarisieren und sie zusammen auf die Straße gehen. Ich hoffe, von diesem Gefühl bleibt am Ende etwas übrig, das die Situation für die benachteiligten Menschen besser macht und dass nicht nur auf dem Papier alle Menschen gleich sind, sondern dass niemand Angst haben muss, wegen der Hautfarbe diskriminiert zu werden. Ich hoffe, dass sich die Menschlichkeit durchsetzen wird.

Ich bin auch auf ein anderes Privileg gestoßen, bei dem ich dachte, das müsste doch mittlerweile jeder wissen und gerade mein Freundeskreis besteht aus offenen, gebildeten Menschen. Oder nicht?

Am Samstag saßen wir zu fünft (mit Abstand) im Röthelheimpark und kamen über das Donaulied (und ob es verboten werden sollte) auf das Thema Sexismus. Drei von fünf Menschen am Samstag waren Männer und zwei davon haben noch nie vom Gender Pay Gap gehört, also das Frauen im Schnitt 21 bzw. 6% weniger Geld verdienen als Männer, die die gleiche Qualifikation haben. Ich dachte, das ist mittlerweile bekannt. Auch bekannt sollte doch sein, dass Frauen immer noch diskriminiert werden, im Job, auf der Straße oder beim Feiern. Das Krasseste fand ich aber, dass die beiden Männer uneinsichtig waren. Nach dem Motto “Das kann ich mir nicht vorstellen, das kommt bei uns nicht vor. In unserer Firma würden wir Frauen einstellen, wenn sich die bewerben würden.” Ich finde es toll, wenn du keine Erfahrung mit Sexismus und Diskriminierung gemacht hast, das heißt aber nicht, dass es nicht Teil meiner Lebensrealität und der Lebensrealität vieler Frauen ist. Natürlich bin ich in vielen Dingen privilegiert. Ich bin als weiße Frau in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ich hatte mehr Glück als viele andere Frauen. Mit dieser Ignoranz hätte ich aber nicht gerechnet, vor allem nicht in meinem Freundeskreis. Da kommt wohl echt noch ein Stück Arbeit auf uns zu.

-Lea K.

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Corona-Wg: es wird wieder voller

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Die vergangenen Tage war ich mit dem Longboard unterwegs, weil mein Rad immer noch kaputt in meinem Keller steht. Vor vier Wochen war das quasi der Himmel auf Erden. Die Straßen waren frei, es waren kaum Autos unterwegs und so konnte ich über die Straßen der Hugenottenstadt fahren, ohne dass dauernd jemand hinter mir gehupt hat. Diese Zeiten sind vorbei. Meistens trage ich mein Board jetzt durch die Stadt und fahre nur kürzere Strecken, weil einfach zu viel los ist. Der einzige Unterschied sind die Masken, die die Menschen tragen, bzw. unter dem Kinn baumeln lassen und natürlich, dass viel mehr los ist, als noch vor einem Monat.

Menschen haben in den Städten gegen die Maßnahmen der Bundesregierung demonstriert, weil sie sich ihre Freiheit zurückwünschen. Ich finde das irgendwie seltsam, haben wir doch in Deutschland keinen richtigen Lockdown gehabt. Italien, Frankreich und Spanien, da könnte ich solche Demos eher verstehen. Die Menschen dort sind seit Monaten in ihren Wohnungen und die Ausgangssperren, die dort wirklich als solche zu bezeichnen sind, sind echt hart. Dazu muss ich noch sagen, dass ich in einer großen Luxussituation lebe. Ich habe keine Kinder, ich habe eine Wohnung und ich bin nicht auf die Hilfe andere Menschen angewiesen, weil ich selbst einkaufen gehen kann und innerhalb von fünf Minuten im Grünen bin. Wie es aktuell für Eltern im Homeoffice ist, mag ich mir garnicht ausmalen. Außerdem ist meine Existenz aktuell nicht bedroht. Ich habe zwar keinen Job, aber bescheidenes Geld vom Staat reicht für mich aus. Ich habe kein Geschäft oder kein Restaurant oder eine Bar, die mein Leben bedeutet, außer vielleicht meine Stammkneipe.

Ich bin auch im Prinzip nicht gegen Demonstrationen, zu welchem Zweck auch immer. Es ist ein recht, das wir als deutsche Bürger*Innen haben und das ist wichtig. Wenn auf solchen Veranstaltungen aber Rechte und Verschwörungstheoretiker befinden und der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, finde ich es grob fahrlässig, sich mit diesen Menschen auf einen Platz zu stellen. Ich habe ein sehr bewegendes Interview mit einem Mann aus Thüringen gesehen, der seit Monaten seine Frau nicht mehr im Pflegeheim besuchen konnte. Der Mann rang mit den Tränen. Einem anderen Demonstrationsteilnehmer fiel dann nichts besseres ein, als mit falsch getragener Maske gegen das “Merkel-Regime” zu schreien. Ich finde es einfach eine Frechheit, dass die persönlichen, tragischen Geschichten instrumentalisiert werden. (https://www.facebook.com/reportmainz/videos/539448770022422) Dem Demonstranten ist die Geschichte des Mannes wahrscheinlich völlig egal. Er möchte nur gegen die Regierung meckern, was auch sein gutes Recht ist. Er darf seine Meinung frei äußern, anders als in einem diktatorischen oder autokratischen Staat.

Wie schon vor knapp neun Wochen, ist immer noch alles schwierig. Das einzige, was besser geworden ist, ist die Anzahl der Sonnenstunden. Ansonsten ist alles unsicher. Ich lebe von Tag zu Tag. Mal ist es ein guter Tag, mal ein weniger guter. Ich fühle mich manchmal so energiegeladen, dass ich nicht weiß, wohin damit. Manchmal fühle ich mich so taub, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich jemals wieder produktiv sein kann und aus meinem eigenen Kopf rauskomme. Ich bin passiv, ich bin müde, ich bin lustlos. Ich schlafe viel, ich schlafe schlecht. Mir fehlt die Struktur in meinem Alltag, die mir hilft, mein Leben zu führen. Ich bin abhängig von diesen äußeren Faktoren, damit ich funktionieren kann. In manchen Momenten habe ich so viel auf meiner Liste, dass mich selbst die kleinen Dinge, wie einkaufen, völlig überfordern, weil ich einfach keine Lust habe, mich überhaupt zu bewegen.

Aber heute ist Feiertag und ich werde versuchen, einen Platz in meiner Stammkneipe zu bekommen, um wenigstens etwas erledigt zu haben.

-Lea K.

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Outdoor Tipps mit Willi aus dem Wohnwagen: Season Finale

Der letzte Willi seiner Art… vielleicht sieht man sich irgendwann wieder!
Der Quarantänekasten dankt für die tolle Staffel!

 

 

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Flusskuss Zwei

Mal ganz ohne Quarantäne-Bezug: Es gibt noch nicht genug Songs über Flüsse! Vera und ich wollten das (mal wieder) beheben und haben ein paar Zeilen zu Begegnungsmöglichkeiten an Wasserufern eingefangen…

Irgendwo da fließt ein Fluss, der wie ein jeder seiner Art
auf seine stille Weise leise viel verspricht und wenig muss
Sein Name ist eher unbedeutend, unbedichtet seine Strände
in Symbolik unbeschritten, freies offenes Gelände

Er steht gewiss für beide Seiten einer Ferne, die zu gerne
wir mit Blicken überbrücken, die uns zueinander leiten
auf Linien, die sich stets verzweigen, bündeln, brechen,
stille Reigen, bis der Fluss sie weiter trägt

Wer ich war und wer ich werde,
wer ich nie gewesen bin
Was ich in die Wellen trage,
wo will, wo kann das mit uns hin?
Treibholz das ich mit mir führe,
lass ich mit der Strömung ziehen

An den Ufern unserer Wünsche
gewandelt in die Brandung steigen
Wenn ich an den Wassern stehe
weht ein Wind, bringt Neubeginn
was ich darin mit mir trage
zieht uns zueinander hin

Wir steigen keine zwei mal in den gleichen Fluss hinein
Wir wagen neue Schritte, finden Steine als Tritte
und schaffen damit eine Mitte
Wer kann ich, kann ich, kann ich
heute mit Dir sein?

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