Schnappschüsse von der Eröffnungsparty

Yeah, wir stehen auf der Gästeliste im SO36!

Yeah, unser Techniker Manuel erzählt uns seit Wochen von einer Kurzgeschichte aus einer Anthologie, in der zwei Punks in den 80ern quer durch die Republik reisen, um sich legendären Straßenschlachten vor dem SO36 anzuschließen. In der S-Bahn richtung Kotti versuchen wir, den Text im Internet zu finden, bitten dann einen Freund aus München, ihn abzufotografieren und uns zuzuschicken.

Yeah, “Open Up, PAF!” darf unverholen vom Empowernment der freien Szene Berlins reden! “Berlin is not Germany”, allright! Yeah, wir dürfen uns in der Tradition der politisch-ästhetischen Revolte fühlen! Es ist die Rede vom politischen Ungehorsam, vom aktiven Verhindern einer dystopischen Zukunft, in welcher die Innenstädte an die Zweit- und Drittwohnbesitzern verloren wurde. Festivalleiterin Janina Bedunski berichtet von den vielen kleinen Wundern kulturpolitischer Natur: Aus einem winzigen Theatertreffen vor zwei Jahren wurde jetzt, 2018, ein Blitzlichtgewitter aus 52, 64 oder 77 Häusern mit insgesamt 140, 150, oder 176 auftretenden Gruppen. Jeder hat da seine eigenen Zahlen. Das ist doch auch Punk! Und Berlins Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer, verkündet, dass die finanzielle Zukunft des PAFs auch für 2019 bereits auf sicheren Sockeln steht! Ist das auch noch Punk? Zur Sicherheit eröffnet Bedunski die Party mit einem Lob auf die Flüchtigkeit und das Ephemere, Liveness, yeah! Lasst euch die Gegenwart nicht von der Zukunft verderben! Tanz unter futuristischen geometrischen Formen!

In der S-Bahn vom Kotti nach hause erreicht uns eine Whatsapp-Nachricht mit einer abfotografierten Kurzgeschichte über das SO36. Sie trägt aber den Titel “Ich war nicht dabei”. Der Autor, Sebastian Lehmann, eröffnet im ersten Satz, er habe alles verpasst. Straßenschlachten kommen auch keine vor. Es gibt eben mehr als nur eine Story über das SO36. Und sicher auch mehr als nur eine über das PAF 2018.

eröffnungsparty

 

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