QUARANTÄNEKASTEN

Damit wir nicht alle die Wände hochlaufen in der sozialen Isolation, möchten wir hiermit einen kleinen therapeutischen Online-Quarantänekasten eröffnen, in den wir einige der Fragen packen, die uns allen gerade durch den Kopf gehen. Vielleicht bietet kreativer Output auch manchmal ein gutes Ventil:

  • Kochrezepte für das beste Quarantäne-Food, wenn Mehl und Nudeln mal ausgehen
  • Pandemic-Playlists auf Soundcloud oder Spotify, die gut zur aktuellen Stimmung passen
  • Quarantäne-Tagebücher in Form von Handyvideos oder Podcast-Tonaufnahmen
  • Fotos der schönsten vernachlässigsten Orte, die man gefahrlos aufsuchen kann
  • Vielleicht ist jemand ja sogar nach einem therapeutischem Gitarrensong oder einem Beckett’schen Home Alone-Drama zumute…?

Lasst uns das Wahnsinnig-werden eindämmen. #flatten the insanity!
Wenn Du mitmachen willst und (noch) keinen Account hast, schick einfach eine Mail an Lukas (ät) Kastenwesen.com

Mehr zum Quatantänekasten!

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Outdoor Tipps mit Willi aus dem Wohnwagen, Folge 3: Die Challenges eines Influencers

Der Willi aus dem Wohnwagen ist wieder da! Die neuesten Spitzentipps zum Überleben in Zeiten von Corona kommen aber wohl leider erst in der nächsten Folge, da dem Willi leider ein paar Sachen in die Quere gekommen sind heute.

 

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Corona-WG, Tag 21, 22… We used to call it Wochenende

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Yay, Wochenende. Obwohl das aktuell ja auch nichts anderes ist als jeder andere Tag, außer, dass du am Sonntag nicht einkaufen gehen kannst. Also sind wir am Samstag rausgegangen, um genau das zu tun. Erstaunlicherweise ändert sich im quasi Lockdown eine Sache nicht: Samstags ist im Einkaufen echt viel los. Viele tragen Masken und achten auf zwei Meter Sicherheitsabstand. Aber längst nicht jeder und längst nicht immer. Besonders deutlich wird mir das in der Molkereiprodukteabteilung. (oder wie heißt das genau? Keine Ahnung). Tatort war auf jeden Fall das Kühlregal mit dem Joghurt. Einige Leute stehen rum und warten, dass andere Leute sich endlich das entsprechende Produkt aus dem Regal nehmen, es in ihren Einkaufswagen legen und verschwinden. Schein gar nicht so einfach zu sein. Andere wiederum drängeln sich durch, um an eine Packung Skyr zu kommen, als würde ihr isländisches Molkereiprodukt den übrig gebliebenen Rest ihres Lifestyles retten. Ich dachte eigentlich, dass Klopapier der absolut geilste Loot dieser Viren-Apokalypse wäre. Habe ich mich wohl geirrt. Es ist der fettarme Frischkäse. Wieder was gelernt. Gibt es eigentlich deswegen so wenig Konservendosen, weil die Menschheit jetzt nur noch zu Hause kochen kann? Sind die ganzen Leute sonst immer Essen gegangen? Es scheint fast so. Ansonsten kann ich mir nicht erklären, warum gerade scheinbar alle auf Dosenessen abfahren. Was mich aber wundert ist, dass in der Alkoholabteilung alles bestens ist. Sollten wir nicht mehr trinken, um uns von innen zu stärken und uns etwas Freude zu verschaffen? Offensichtlich sind gerade so sehr am Selbstoptimieren, dass sie vergessen, dass mensch sich manchmal gepflegt einen hinter die Binde zu kippen.

So wie ich gerade. Es ist Sonntag Abend. Ich spiele Cards Against Humanity oder versuche es zumindest, wenn nicht mein blöder Rechner, das Internet oder Cthulhu ständig reinpfuschen würde. Ich sitze in einer Video-Trink-Konferenz. Sollten wir alle öfters machen. Mit Leuten interagieren, und sei es nur per Video-Schalte, einfach mal sinnfreie Sachen machen, die den Kopf leeren.

Ich versuche immer noch einmal am Tag raus zu gehen, um Normalität zu haben. Obwohl ich mich grade echt frage, was das sein soll. Klar, ich habe mich schon öfter in meinem Leben gefragt, was normal ist. Gerade in Zeiten des Umbruchs, in denen ich mein eigenes Leben und meine Entscheidungen hinterfragt habe. Welcher Lebensentwurf ist normal? Welches Gehalt ist normal? Welche Beziehung ist normal? Was ist dieses normal? Ist es nicht das, was gewöhnlich ist? Was wir kennen? Was wenn wir die nächsten Monate genau das als neue Normalität kennenlernen? Körperliche Distanz, Life on the edge, Leben auf 19 qm in einem Wohnheimszimmer, wo das Highlight der spontane Sex, das gemeinsame Essen oder die Flucht an den kulturellen Happy-Place aka eine Serie, ein Film oder ein Computerspiel, das mensch gemeinsam spielt, ist? Wo man andere Menschen nur noch in mäßiger Qualität über einen Bildschirm sieht und hofft, dass das gemeinsame Momente produziert. Versteht mich nicht falsch, ich finde es geil, dass es das gibt und wir mit Menschen in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten in Verbindung treten können. Uns fehlen auch Dinge, über die wir uns unterhalten können. Ich habe mich heute mit einer guten Freundin unterhalten, aber nachdem alle “Corona-Isolations-News” ausgetauscht waren, blieb nicht mehr viel übrig. Es gab nichts mehr zu sagen. Weil jeder Tag dem davor ähnelt. Wie bei diesem Film mit dem Murmeltier. Oder war es der mit dem Kuckucksnest? Auch egal. Wir erzählen uns gegenseitig, wie es in der Krise geht. Aber sonst? Nicht viel los. Worüber wir uns noch unterhalten können sind die kleinen Ziele, die wir in unseren eigenen vier Wänden erreichen können. Vielleicht sind deswegen alle auf diesem Selbstoptimierungstrip?

Außer meinem Nachrichten-Bot habe ich keine tagesaktuellen Nachrichten geschaut, gehört oder gelesen. Es ist nett, einfach mal weg zu sein, sich noch einen Wein oder ein Bier aufzumachen und die Welt sich selbst zu überlassen. Morgen ist schon wieder Montag und wir wissen alle, was das heißt. Eine neue Woche, von der keiner weiß, was am Ende daraus wird.

-Lea K.

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Corona-WG, Tag 19, 20… Warum zähle ich überhaupt?

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Die Tage werden mittlerweile ein Einheitsbrei. Es ist Freitag Nacht, ich kann nicht schlafen. Ich versuche zu rekapitulieren, was ich seit Dienstag gemacht habe. Nicht wirklich viel. Zocken, essen, schlafen, lesen. Damit ich ein bisschen normale Sachen mache und auch mal vor die Türe komme, fahr ich einmal am Tag mit dem Longboard um den Blog bzw. durchs Naturschutzgebiet. Das Wetter ist nicht jeden Tag gut, aber die Bewegung dafür umso mehr. In nur drei Tagen ist meine Motivation, überhaupt irgendwas zu machen, ins Bodenlose gesunken. Es könnte eigentlich immer so weitergehen. Zocken, essen, schlafen, lesen. Ab und zu aufs Handy schauen, um zu sehen, was der Rest der Welt so treibt. Auf Instagram bin ich fast gar nicht mehr unterwegs, weil es mir so ziemlich egal ist, was die Leute essen, wo sie spazieren gehen und mit welchem Sport sie sich fit halten. Ich will eigentlich nur auf 19 qm rumhängen und die Welt Welt sein lassen. Keine Verpflichtungen, keine Post aufmachen, mit niemandem telefonieren. Einfach nur existieren. Ist irgendwie schon schwer genug. Für jeden Tag nehme ich mir ein kleines Putzprojekt vor. Sachen, die man in seiner eigenen Wohnung nicht sieht, weil man sie immer sieht. Fliesen im Badezimmer, Türen, Fensterbretter (ok, hier gibt es nur ein Fensterbrett). Aber auch so ist jeder Tag wie der andere und nach nichtmal einer Woche habe ich keine Lust auf Regelmäßigkeiten. Nur in den Tag rein leben.

Mir ist klar, dass das nicht ewig weitergehen kann. Ich bin mir sicher, dass es nicht mal eine Woche dauert und ich mich wieder mit normalen Sachen beschäftigen muss. Arbeitslos melden, Jobs suchen, Bewerbungen schreiben, in meine eigene Wohnung fahren, um wenigstens mal die Post anzuschauen.

Der Alltag holt mich dann doch jetzt schon ein, denn ich checke meine Mails und habe ein Remote-Vorstellungsgespräch in der nächsten Woche. Mist.

-Lea K.

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Staying at Home for Ages

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Behind the Scenes: Dieses schöne Bild hat Sandra mit ihrer neuen Kamera im Schönbuch aufgenommen, genauer gesagt auf dem Bromberg, wo es eine alte Einsiedelei gibt, direkt unter einem der höchsten und schönsten Aussichtspunkte in der Tübinger Umgebung.

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Corona-WG, Tag 18: Ich muss nicht rausgehen, aber ich hab trotzdem ne Schreibblockade

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Ach ja, jetzt ist sie da, die Arbeitslosigkeit. Ich genieße das eigentlich gerade sehr, ausschlafen, nicht rausgehen müssen, machen was mir gerade in den Sinn kommt. Was aktuell vor allem Terraria spielen bedeutet. In Pixelgrafik buddeln, neue Gebiete erkunden und Zombies abmetzeln. Bringt die Zeit rum und ich hab noch das Gefühl, ich hätte was geschafft.

Aber ich habe mit einem Redakteur der SZ telefoniert, der einen Artikel zum Thema “Arbeitssuche während Corona” schreibt. Ich glaube, ich habe ihn etwas verwirrt, weil ich ja mehrere Gespräche hatte, die abgesagt bzw auf unbestimmt verschoben wurden. Naja, vielleicht kommt ja was Spannendes raus.

Ich packe außerdem alle Koch-Idee aus, die man ohne Ofen kochen kann. Is gar nicht so viel, aber lecker. Weil ich ja nichts zu tun hab, sitze ich an ein paar Reviews. Für neue Bewerbungen bin ich noch nicht bereit. Läuft gar nicht mal so gut, weil mir nichts mehr Schlaues einfällt, was ich noch einbauen kann. Also lasse ich das erstmal alles liegen und buddel mich bei Terraria weiter durch den Boden und versuche, nicht in einem Untergrundsee zu ersaufen.

-Lea K.

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LITLOK-Lesung von Stefan Winter

swinter-profilAlles schaltet auf Streaming und digitale Live-Lesungen gerade. Die Autorengruppe Wortwerk Erlangen gab sich gestern die Ehre und präsentierte eine bunte Mischung aus Texten von verschiedenen Autor*innen. Die Lesungen fanden im Rahmen von LITLOK statt, dem digitalen Literaturfestival in Zeiten des Lockdowns.

Ein Mitschnitt von Stefans Lesung “Bleichzeit” gibt es auf Facebook:

https://www.facebook.com/LITLOK2020/videos/2668096683424666/

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Corona-WG, Tag 16 & 17

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Tag Sechzehn – Schon wieder ein Montag?

Es beginnt eine neue Woche in der Corona WG. Viel zu früh für mich, denn gestern Abend haben wir noch eine Runde Weltraum-Kampf aka FTL gespielt. Ich muss sagen, ich mache mich mittlerweile relativ gut als Commander.

Meiner Brache geht’s aktuell, wie vielen, eher scheiße. Medien sollten eigentlich sicherstellen, dass das Demokratieprinzip, auf dem die Bundesrepublik aufgebaut ist, auch für die Medien gibt und ein plurales Meinungsbild zeigen soll. ist aber auch irgendwie witzig, dass viele von uns einfach bei anderen Medien abschreiben. Oh The Irony.

Wie es den Privatradios in Deutschland geht, die sich aus Werbung finanzieren, sieht man ganz gut an diesem Beitrag vom Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de/mediasres-das-medienmagazin.2934.de.html

Ich versuche gerade, meinen Abgang so gut wie möglich vorzubereiten. Gar nicht so einfach, wenn die Leute nur zwei Stunden am Tag arbeiten dürfen. Wer was übernimmt, ist aktuell völlig unklar. Wir lassen auch unsere Praktikant*Innen völlig alleine mit dieser Sache. Ich hoffe, sie nehmen mehr mit, wenn sie jetzt auf sich alleine gestellt sind. Ich versuche ihnen den Übergang so einfach wie möglich zu machen. Allerdings hatten wir in den vergangenen zwei Jahren relativ wenig helle Sterne. Viele hatten auch irgendwie keine Lust, sich groß reinzuhängen. Ich muss sagen, kann ich echt verstehen. Aber warum machen sie dann dieses Praktikum überhaupt? Klar, es ist nicht die beste Stelle überhaupt, aber wenn mensch will, kann man echt einiges rausholen.

Aktuell weiß ich noch nicht genau, wann ich eigentlich wieder nach Hause gehe. Es ist super angenehm, in die Wohnung zu kommen und es ist jemand da. Es ist auch angenehm, den Großen jeden Tag zu sehen und neben ihm aufzuwachen. Wenn ich zurück in meine Wohnung gehe, dann bin ich die ganze Zeit alleine. Klar, ich hätte Zeit, da auch endlich mal ein paar Sachen anzugehen. Ausmisten zum Beispiel. Scheint ja ein aktueller Trend zu sein. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Große von mir schon genervt ist. Gesagt hat er bisher nichts. Die Corona WG hat auf jeden Fall schon länger Bestand als sie müsste und ich finde das eigentlich eine schöne Sache. Auch wenn es hier keinen Ofen gibt und deswegen auch keine Kässpätzle.

Tag Siebzehn – Alte weiße Männer, raus aus der Hölle und armselige Vorschläge

Jetzt ist es vorbei. Die letzten zwei Jahre. Die bisher dunkelste Geschichte meines Arbeitslebens, die sich auch auf meine Psyche niedergeschlagen hat. Endlich bin ich frei. Ich war bereit für meinen Traum, eine echte Journalistin zu werden, so einige Opfer zu bringen. Ich glaube, ich hatte noch nie einen Job, der mich so sehr gefordert hat und der es mir so schwer gemacht hat, nicht verrückt zu werden oder randome Leute anzubrüllen, ob das eigentlich ihr scheiß Ernst ist. Stunden, die ich mit sinnlosen Promotionaktionen und Hilfsarbeiten verbracht habe. Autos putzen, Sachen abholen, Leute triviale Fragen fragen. Es war eine harte Zeit und ich bin fast ein bisschen wehmütig, dass ich in so einer Zeit gehen muss, wo alle auf dem Zahnfleisch gehen. Auf der anderen Seite hatte ich ein virtuelles Zusammentreffen mit unserem Oberboss, der in Nürnberg ein Büro hat, in dem er maximal drei Tage die Woche ist. Wäre nicht so schlimm, wenn der Platz nicht eh schon Mangelware wäre. Weil unsere Meetings von Skype auf Zoom (Finden grade alle scheinbar sehr fancy und die Firma hat auch versprochen, keine Daten mehr an facebook zu verkaufen. Hurray!) umgestellt wurden, mussten wir auch einen Rechner umsteigen, der keine Webcam hat. Unser Techniker meinte, wir sollen die vom Überchef nehmen, der sei ja eh auf absehnbare Zeit nicht da. Weil ich wusste, dass der Überchef ein Arschloch ist, habe ich nochmal nachgefragt. Der Techniker blieb bei seiner Meinung und ich brachte die Kamera an. Während eines Telefonats erfuhr ich dann, dass unser Überchef wohl morgen ins Büro kommt. Ich schickte ihm eine Email, dass wir die Kamera benutzen, weil wir keine andere Möglichkeit haben. Seine Antwort folgte auf dem Fuße: “ich bin morgen im Büro, es ist MA-Tag und ich habe jede Menge Videokonferenzen! Bitte bringt meine Kamera sofort wieder an, so dass ich sie ab morgen früh nutzen kann…” Naja, er hat wenigstens “bitte” gesagt.

Oh, wie sehr ich solche Menschen hasse, die so sehr auf ihrer hohen Position sitzen. Nach zwei Jahren weiß der Typ nicht, wie ich heiße oder sonst irgendwas. Aber sobald jemand dem Unternehmen sichtbar Prestige bringt, dann ist alles super. Ich hab echt die Schnauze voll von diesen über-dominanten Alpha-Cis-Männern, die scheinbar nur ihr eigenes Geschlecht für voll nehmen und alle anderen sind dafür da, damit man sich damit schmücken kann. Ach ja, alte weiße Männer. Ich glaube, sie sind mein Endgegner. (Ja, ich habe das Buch von Sophie Passmann gelesen, fand ich kacke, aber ich ziehe trotzdem meinen Hut vor ihr. Ich würde gerne mal mit ihr ein Bier trinken und darüber reden, warum sie ihr Buch so geschrieben hat.) Wenn ich auf Branchentreffen gehe, dann dominieren alte weiße Männer. Sie sind mehr, sie haben höhere Positionen und sie belächeln mich. Mag ich nicht.

Neben diesen ganzen persönlichen Problemen, die eigentlich keine sind, gibt es noch die harte Nummer an den europäischen Außengrenzen, die auch ich dieser Tage vergesse. Wir haben hier Luxus-Corona. Die Menschen auf den griechischen Inseln verrecken elendiglich. Und das nicht erst seit Covid-19 nach Europa kam. Aber solange sie jenseits unserer Grenzen sind, ist das ja eigentlich egal. Sehen wir ja nicht. Dass die deutsche Regierung gerade viel zu tun hat, ist klar. Aber das Problem gibt es ja nicht erst seit diesem Monat. Es sind halt nicht unsere Bürger, deswegen ist es wahrscheinlich egal. Die Menschlichkeit scheint nicht erst seit gestern egal. Die ganze Situation ist irgendwie aussichtslos.

Hat mit der Situation im Süden Europas zwar nur indirekt zu tun, aber eine Sache finde ich sehr erstaunlich: Jetzt wo die billigen Erntehelfer aus Osteuropa nicht mehr einreisen dürfen, wird ernsthaft überlegt, ob Menschen mit Arbeitsverbot uns nicht aus der Scheiße ziehen könnten. Wie verrückt ist das eigentlich? Wir haben keine Fachkräfte, die Menschen wollen arbeiten, um ihre Lebenssituation zu verbessern, dürfen aber nicht. Wenn dann aber auf einmal Menschen fehlen, die aus Osteuropa für einen billigen Lohn bei uns harte, körperliche Arbeit machen, dann sollen die anderen auf einmal arbeiten dürfen? Wie armselig ist das denn bitte? Ich kann den move nur dann verstehen, wenn diesen Menschen dann im Nachhinein auch eine Arbeitsgenehmigung für andere Jobs gegeben wird. Ansonsten sind wir einfach ein Haufen reicher Penner, die sich zu fein für körperliche Arbeit sind und stattdessen Menschen ausbeuten, von denen viele mit Aussicht auf ein besseres Leben alles zurückgelassen haben.

-Lea K.

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Corona-WG, Tag 15: Einfach mal nur rumhängen

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Ich persönlich finde das super, dass ich einfach nur rumhängen kann. Ich muss nichts machen. Die Zeit bekomm’ ich ganz gut rum, ich spiele viele Games fertig, die ich vor Jahren angefangen, aber aus Frustration nie beendet habe. Da vergeht die Zeit wirklich wie im Fluge und ich hab’ das Gefühl, trotzdem was geschafft zu bekommen. Egal, was eigentlich. Ich freue mich, auf knapp zwei Wochen Gammelurlaub, in dem ich nicht in die Arbeit muss. Trotzdem frage ich mich natürlich, was kommt nach dieser Zeit. Weiß irgendwie keiner so genau und das ist eigentlich ziemlich gut. Jeder ist mit sich und für sich selbst alleine. Schafft irgendwie Zusammenhalt. Zahlt aber nicht die Miete und nicht das Essen. Ich glaube, viele von uns müssen sich in ein bis zwei Monaten neu aufstellen. Im Privaten, im Job und in den Plänen für die Zukunft. Aktuell sind wir irgendwie in diesem Schwebezustand, von dem alle hoffen, dass darauf nicht eine noch dunklere Zukunft kommt. Klar, wir als Gesellschaft werden verändert rauskommen. Was ich mich aber manchmal frage: Kommen denn die Einzelnen wieder raus? Wie viele geplatzte Träume und zerstörte Existenzen werden zurückbleiben? Die Optimistin in mir weiß, dass das alles schon werden wird. Bisher bin ich auch immer auf den Füßen gelandet. Macht die Welt bestimmt auch. Die Pessimistin ist der Meinung, dass das alles gar nicht mal so geil wird. Klar, wir sehen, dass dieses endlose Wachstum auf jeden Fall nicht weitergehen wird und dass wir so einen Knall gebraucht haben. Aber schnallen das auch die meisten anderen Menschen? Die Menschen, auf die es ankommt? Damit meine ich nicht die oberen 1%, sondern jede*n Einzelne*n, denn wir sind alle Teil des Problems geworden. Die meisten von uns sind Teil dieses Systems Höher-Schneller-Weiter, des Konsums und der Ausbeutung.

Ich hoffe, dass sich viele, denen so viel Zeit geschenkt wurde, nicht nur über die eigenen Existenzängste nachdenken, sondern auch, was sie mit einem Neustart anfangen wollen.

-Lea K.

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Corona-WG, Tag 13 und 14

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Tag Dreizehn, Alle sind verwirrt wegen Kurzarbeit

Endlich Freitag. Mein noch-Chef hat heute alle zu einem virtuellen Meeting versammelt, das genau klären soll, wie das jetzt in der Kurzarbeit läuft. Alle sind verwirrt. Wie es aussieht, auch mein noch-Chef. Alle bekommen weiterhin 100% des Nettogehalts, was ne coole Sache ist. Alle Sendeschienen wechseln sich alle zwei Wochen ab, um Personal zu sparen, außer ein Kollege, denn wir haben Mangel, weil eine schwangere Kollegin Arbeitsverbot bekommen hat. Manche werden auch auf 0% gestuft, aber ob die jetzt wirklich nichts mehr arbeiten müssen oder dürfen, weiß keiner so genau. Die Ansage von meinem noch-Chef ist auch: Wenn in einer Moderation nur der Künstler und der Songtitel genannt werden, ist das ok, jeder hat nämlich nur vier Stunden Zeit um eine Sendung zu machen, die fünf Stunden dauert. Seid ihr schon verwirrt? Wir auch! So viel zum systemrelevanten Beruf!

Die letzten zwei Wochen haben wir fast sowas wie richtigen Journalismus gemacht und das wird jetzt alles eingestampft, damit sich der Sender Geld spart. Ich weiß, immer noch besser als eine betriebsbedingte Kündigung, aber trotzdem…! Im Anschluss habe ich noch DAS Gespräch mit meinen Praktikanten geführt. Die sind im letzten Monat sehr zu kurz gekommen, weil es sehr schnell gehen musste und normale Termine natürlich ausgefallen sind. Ich hoffe, sie kommen klar. Erik hat heute sein erstes Telefoninterview geführt. Ach, sie werden so schnell groß! Ansonsten freue ich mich diebisch aufs Wochenende! Ausschlafen, Essen, Zocken und Sex. Ich muss sagen, es gibt viele positive Sachen an der Corona WG. Zum Beispiel, dass ich mich nicht viel bewegen muss, um drei Dinge davon zu bekommen und beim vierten mach ich einfach den Seestern.

Tag Vierzehn, Gutes Wetter, who cares?

Das Wetter ist heute hervorragend. Das weiß ich, weil ich heute Mittag mal zum Fenster der Corona WG geschaut habe. Um sechs bewegen wir uns dann doch mal nach draußen, Essen wird knapp. Danach machen wir noch einen kurzen Spaziergang und lachen über den sooo romantischen Sonnenuntergang. Der taucht später bestimmt hundertmal in meinem Instagram-Feed auf. Hatte recht!

Heute Abend gibt es Reis, ein bisschen Weltraum-Politik und ein seltsamer Alien-Virus, weil wir schauen die vierte Staffel The Expanse. Dann gönne ich mir noch ein bisschen schleichen. Ich habe nämlich damit begonnen, nicht beendete Spiele durchzuspielen und aktuell bin ich bei Dishonored. Ich möchte es dieses Mal richtig machen und möglicht viel schleichen, möglichste wenig Aufmerksamkeit erregen und möglichst wenige Wachen töten. Klappt nur bedingt, aber dafür bin ich jetzt die Königin im Schnellspeichern, Fluchen und neu laden. Es bringt mich an den Rand meine Belastungsgrenze und mir gehen langsam die Flüche aus. Um zwei Uhr morgens gebe ich dann endlich auf und beschließe es morgen nochmal zu versuchen!

-Lea K.

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Outdoor Tipps mit Willi aus dem Wohnwagen, Folge 2: Gut gegen Langeweile!

Der “Wohnwagen Willi” (auch bekannt als “Outdoor Willi”) ist zurück und hat heute drei tolle Tipps gegen Langeweile dabei! Absolut sehenswert, probiert’s mal aus! Danke an Chris K. für die Einsendung.

 

 

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