Naemi kauft’s Dir ab!

Eingelöste Trinkschulden von mir, mitbezahlt von Doro(thea), tausend Dank!
(bessere Aufnahme folgt bestimmt irgendwann)

Dieses Lied, hab ich versprochen,
ausgesprochen angetrunken
ausgedacht und laut gelacht,
und mal einfach stehen lassen.
Das Thema lautet kurz und knapp:
Naemi kaufts Dir ab

Gewiss, wir wachsen an den Zweifeln,
an den Teufeln, die beim Reifen
jeden Funkens mit uns reisen,
mit besten Gründen, sacht und leise,
mild, verständnisvoll und weise
zu bedenken geben wollen

ungefragt und unerbeten
jeden frühen, jeden späten
Einfall kritisch reflektieren,
auf Herz und Nieren streng erprüfen

um die Spuren zu zitieren
die wir immer nur kopieren.
Sie sind laut und sie sind viele,
lagern längst vor jedem Ziele

Sie kritisieren, distanzieren,
rügen dir das persiflieren,
gemessen an Kulturgeschichte
kannst Du immer nur verlieren.

Du willst einmal diese Pause,
was da wächst brauch ein zuhause,
sucht Enklaven, Bastionen,
wo die Zweifel nicht schon wohnen,
wo sie schonen, ruhen, schweigen.
Wo wir niemals was vergeigen

Du suchst einen Menschen,
dessen Worte eine Bresche
schlagen, um zu zeigen,
musst nichts sagen, nichts beweisen.
Klingt doch spitze, geh auf leisen
Sohlen, lass es kreisen

Sie spricht nur kurz
und sie spricht knapp,
doch dann dämmert es auch Dir:
Das ist jetzt, und das ist hier,
keiner macht uns heute schlapp

Denn Naemi
kauft Dir alles ab!

Frag jetzt nichts, mach jetzt mal,
Sag jetzt nichts, lach ruhig mal
Odrf sag ruhig was und frag ruhig was
Regel Eins ist: Alles darf!

Keiner macht uns heute schlapp,
alles nur papperlapapp,
denn Naemi, Naemi, hey Naemi,

kauft Dir alles ab!

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Flüsterpostkasten Ausstellungs-Pappen

Zu jedem Spielort, den der Flüsterpostkasten besuchte, entstand eine bunte Pappe in der Farbe des jeweiligen Tages, die gemeinsam unsere ständig wachsende PAF-Wanderausstellung bildeten. Neben den wunderbaren Fotos von Manu waren darauf textliche Stimmungs-Momentaufnahmen, verschiedene Artefakte, und natürlich Kilis Bilder und Comic-Strips zu finden (zumeist zu den jeweiligen Stücken, mitunter auch zur Situation der Kastenwesen an den Spielstätten). Wer die Ergebnisse seines/ihres Inputs noch nicht gesehen hat, kann hier alle finalen Pappen einsehen:

 
ACUD Theater:
ACUD Theater

Sophiensaele:
Sophiensaele

Ackerstadtpalast:
Ackerstadtpalast

Bootschafft:
Bootschafft

Lake Studios:
Lake Studios

Theater unterm Dach:
Theater unter Dach

Tatwerk Berlin:
Tatwerk Berlin

PAUL Studios:
PAUL Studios

HAU2:
HAU2

Atelier 3/4:
Atelier 3/4

Theaterhaus Berlin Mitte:
Theaterhaus Berlin Mitte

Theaterdiscounter:
Theaterdiscounter
 

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“Been to these places”

Und hier noch eine Aufnahme von unserem Flüsterpostkasten-Abschlusssong:

Direkter Download als mp3

Cello & Komposition: Johanna Griebel, Gesang & Satz: Thomas Rometsch, Text: Lukas Wilde

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“Hört ihr es Flüstern?”

Hier eine Aufnahme von unserem Flüsterpostkasten-Titelsong:

Direkter Download als mp3

Cello & Komposition: Johanna Griebel, Gesang & Satz: Thomas Rometsch, Text: Lukas Wilde

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Bessere Zeiten

Bessere Zeiten

Man hat mir von ner Zeit erzählt, da gab’s nen Tag der Bühne. Man ging dort hin, Frau, Mann und Kind und auch der Rest an Kegel. Da wurde Wert auf Text gelegt, auf Verse und Choräle, dramatisch war’s und tragisch auch, am Ende stand ne Lehre. Und wenn man dann nach Hause ging, waren Kopf und Geiste rein; man fragte mich, das war doch was, warum soll’s nicht so sein?

Man hat mir von ner Zeit erzählt, da kamen Leute aus der Ferne her, mit Karren und mit Wagen. Sie hatten kein Heim, ihr Zuhause war die Straße und sie waren frei im Leben und im Tod. In die Städte ließ man sie nicht, doch für das Volk brachten sie Spiele und Unterhaltung, sie tanzten und sie sangen, erzählten von Nah und Fern und sprangen von einer Stimme zur nächsten. Und das Volk jubelte und lachte und warf Münzen und frisches Essen solange sie spielten und wenn sie weiterzogen, Flüche und Steine. Und man fragte mich, das war doch was, warum sollt’s nicht wieder so sein?

Man hat mir von ner Zeit erzählt, als man fast nur vom “Wir” sprach. Es gab den Traum vom Vaterland, dem riesigen Imperium, von Tradition und Brauchtum. Von Harmonie und Einigkeit und brüderlichem Willen, von Reinheit in Kultur und Ausdruck und allen anderen Dingen. Und wenn man zusammenkam, hob jeder die Hand – wer sich nicht daran hielt wurde schnell kleingemacht. Und man fragte mich, das war doch was, warum sollt’s nicht wieder so sein?

Man hat mir von ner Zeit erzählt, da gab’s nur hohe Kunst. Was gezeigt wurde, war hoch kuratiert und über jeden Zweifel erhaben. Kritik gab’s keine mehr, da man sich einig war, dass es nichts Besseres geben konnte. Und alles war gleichmäßig exzellent und man nickte sich zu und klopfte sich viel auf die Schulter und wer gefördert wurde, wuchs und wuchs und wer nicht, war ohnehin nicht gut genug. Und man fragte mich, das war doch was, warum sollt’s nicht wieder so sein?

Man hat mir von ner Zeit erzählt, da macht’ jeder, was er wollte. Es gab keinen Platz der nicht verziert und weitergedacht werden sollte; jeder war sich selbst Ikone. Und wer am lautesten schrie wurde gefeiert oder zerschlagen und aus den Knochen baute der Nächste seinen Thron und der Nächste seinen Thronsaal bis die ganze Welt ein Kunstwerk war, von dem es leise tropfte. Und man fragte mich, das war doch was, warum sollt’s nicht wieder so sein?

Und man wird mir von ner Zeit erzählen, wenn alles wieder besser sein wird; wenn jeder hat was er verdient, solange er nicht zu klein ist. Und Utopie jagt Dystopie bis an der Zeiten Ende, wenn jemand von der Zukunft träumt, bis zur finalen Wende.

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Impressionen aus dem Flüsterpostkasten | Samstag, 09.06.2018

1. Station: Atelier 3/4

2. Station: Theaterhaus Berlin Mitte


3. Theaterdiscounter

Und so sah das ganze bei Twitter aus:

 

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Ein Dreiviertelwalzer im Atelier 3/4

Von dreiviertel elf bis dreiviertel fünf hat
ein Flüsterpostkasten geöffnet, es passt
alles hinein, bis er dreiviertel voll ist
und ein Viertel tanzt noch im Dreiviertel-Takt

Vom Kottbusser Tor nur ein paar Meter weiter,
verbirgt sich ein Örtchen, das ist fabelhaft
Ein Hof voller Ruhe, ein Haus voller Leben
Ein Raum voller Klang und von Sprachbilderkraft

Ein dreiviertel Glas voll ist: Sehr optimistisch!
Und dreiviertel toll ist: nicht mehr ganz dicht!
Von Federn und Eisen, ein dreiviertel Kilo:
was fällt da nur schneller, was hat mehr Gewicht?

Sphärisch, exotisch, und raumdefinierend
stark unterbesucht, doch höchst angenehm
Die kleinste Toilette der Festivalspiele
begeistert Besucher, besteht im System

Ein Dreiviertel Jahr für ein neues Leben
Nach dreiviertel Wein kommt die Freude zurück
Eine dreiviertel Bühne: ist nach vorne offen
Die Vierte Wand bringt doch niemand mehr Glück

Drei Viertel, ein Ganzes, war uns’re Devise
So vieles hat heut in den Kasten gepasst
Er schwingt noch ganz leise im Rhythmus der Klänge
die oben ertönen, man war hier gern Gast

Wir sehen uns wieder, vielleicht ja in Frankfurt
Vielleicht hier im Kiez, irgendwo hier ums Eck,
Um nochmal zu zeichnen, erzählen, zu singen
vielen Dank für den Kaffee, wir sind dann mal weg!

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Fremdschämen vor dem HAU2 – ein Kommentar

Das Hebbel am Ufer unternimmt seit einigen Jahren verstärkte Bemühungen, jung zu bleiben und seinem zunehmend elitären Image in therapeutischen Dosen entgegen zu wirken. Dies ist nachdrücklich zu begrüßen. Der Autor dieses Kommentars, selbst kein ganz Unbekannter in der freien Szene, konnte sich in den vergangenen Jahren nicht immer des Eindrucks entwehren, viele seiner Kollegen erscheinen mehr und mehr des kompetitiven Netzwerkens wegen zum ritualisierten Bühnengang. Ich nahm die Platzierung einer bestimmten Rahmenprogramm-Aufführung des diesjährigen Performing Arts Festival (PAF) am Freitagabend vor dem Haupteingang des HAU2 daher nicht bloß im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen zur Kenntnis. Ich tat dies sogar mit einem gewissen Wohlwollen.

Es handelt sich um eine überwiegend aus Süddeutschland stammende Laiendarstellergruppe aus Kleinkünstlern („Kastenwesen“), die auf Seite 259 des Festivalprogramms als „mobiles Rahmenprogramm“ Erwähnung finden. Referenzen sind kaum zu finden, die Selbstbewerbung erfolgt wiederholt mit Verweis auf zwei studentische Theaterfestivals sowie die Domfestspiele einer niedersächsischen Kleinstadt. Dass im Programmkatalog jener Spiele kein entsprechender Hinweis zu finden ist, liegt wohl daran, dass er über keine Seite 259 verfügt. Die Inhalte ihrer Online-Präsenz sind eher komödiantischer, um nicht zu sagen: clownesker Natur. Ihre Platzierung vor dem Haupteingang des HAU2 nach „#stilllovingtherevolution?“ (andcompany&Co.) ist also als strategische Provokation zu werten. Dagegen ist nichts zu sagen, davon lebt die Szene, ich sage: gut so! Mag der eine oder andere Kollege auch die Nase rümpfen.

Das Debakel, dass es am Freitagabend am Halleschen Ufer zu sehen gab, lässt sich dennoch nur mit einem Wort beschreiben: Fremdschämen! Der Komödiantentrupp erschien gegen halb acht in einem Bus, der direkt vor dem WAU geparkt und sogleich (in zugegeben beindruckender Zeit) in einen grotesk behängten Weihnachtsbaum verwandelt wurde. Daraufhin wurden zwei Zirkusdirektoren Mikrofone überlassen, um das Publikum mit einer schlecht improvisierten Selbstdarstellungsnummer aus Poesiealbums-Reimen und Kleinstadt-Kabaret zu belästigen, für die man wohl selbst in Augsburg oder Ulm von den Poetry Slam-Bühnen gejagt werden würde. Der Oberkomödiant am Mikrofon war auch gänzlich uneinsichtig, die ostentative Ablehnung seiner Opfer zur Kenntnis zu nehmen und setzte seine Parade der ungebetenen Peinlichkeiten gut 30 Minuten fort. Der Rest des Trupps heizte ihn sogar durch ermunterndes Gelächter an, bis sich die ungebetenen Gäste – als Gipfel der Groteske – nach jeder Nummer gegenseitig Applaus spendeten. Unweigerlich fühlte ich mich an Nächte im AckerStadtPalast erinnert, wenn betrunkene Alt-Punks in den Laden torkeln um unbedarfte Besucher mit handgeschriebener „Straßenlyrik“ zu belästigen. Provokation um jeden Preis, liebes PAF? Wenn wir dafür zahlen müssen, um so etwas in Zukunft erspart zu bekommen, so sei es! Fürderhin gerne als spießig gelten, nur bitte: nie wieder „Kastenwesen“ vor dem HAU!

 

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Impressionen aus dem Flüsterpostkasten | Freitag, 08.06.2018

1. Station: Tatwerk

 

2. Station: PAUL Studios


3. Station: HAU2

Am HAU hatte das Publikum leider keine Zeit für sowas 🙁

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Impressionen aus dem Flüsterpostkasten | Donnerstag, 07.06.2018

1. Station: Bootschafft

2. Station: Lake Studios

3. Station: Theater unterm Dach

Und so sah der Tag auf Twitter aus:


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