5 plus 1 Jahre SAPV-Team Paluna: Eine Kastenwesen e.V.-Rauminstallation

Paluna-Kasten9. April 2022, 08:00 Uhr – 14:30 Uhr
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen

Mit SAPV (spezialisierter ambulanter Palliativversorgung) Kindern und Eltern in äußerst schwierigen Lebenssituationen zur Seite zu stehen und ihnen zu helfen, ihren Weg in möglichst guter Lebensqualität zu gehen, ist eine Erfolgsgeschichte. Die SAPV für Kinder und Jugendliche unterstützt diese Familien zu Hause in allen Lebensbereichen (ärztlich, pflegerisch, psychosozial, seelsorgerisch, …).

Wie wird die palliative Lebensgestaltung von den Betroffenen und Beteiligten empfunden? Welche Erinnerungen und Erlebnisse haben besondere Bedeutung? Welche Themen und Herausforderungen sind wichtig? Mit welchen Fragen beschäftigen wir uns als Gesellschaft noch zu wenig? Das ehrenamtlich tätige Performance-Kollektiv Kastenwesen e.V. hat über ein Jahr hinweg eine Collage aus Eindrücken und Einblicken in die palliative Lebensgestaltung zusammengestellt, eine kreativ-künstlerische Dokumentation in unterschiedlichsten Medienformaten.

Beteiligte Kastenwesen: Diana Dorn (Lichtdesign), Dorothea Schmans (Musik, Lesungen), Johanna Griebel (Musik), Kilian Wilde (Illustrationen, Layouts), Lukas Wilde (Produktion, Texte), Manuel Fahr (Tontechnik), Philip Dreher (Produktion, Musik), Stefan Winter (Lesungen), Ute Münch (Raumgestaltung), Vera Ferber (Objekt)

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Just Another Wave

Oh, I have been in Quarantine in Unawatuna
(in the Rockstel Hostel, to be precise: https://therockstel.com/)

By Esther (Voice) and Hugh (Guitar) live from the Rockstel on January 29, 2022

And here’s the first version from Dorothea:

IMG_20220116_063941

G
There’s another wave coming/
                                      am
This one’s gonna hit hard/
                 C G
and we’ll be in the middle
There’s nowhere to be running/
This one we’ll have to brave/
it might take a little
Am
These waves they’ll leave no cover/
        G
Say whazzup, you’ll be tanned up/
Am
You’ll get up, you will stand up/
or you’ll just have to take your
D
 time for another/
G
wave
Alpha, Beta, Gamma, Delta/
paddle, paddle, paddle, get up/
Omicron, surfing through this fuck-up
Oh, I have been in quarantine/
In Unawatuna
Better nobody now intervene
here with my quarantine/
In Unawatuna

Lyrics by Lukas and Diliara,
Music by Johanna and Dorothea
Voice by Dorothea

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Kastenwesen auf dem „Brüderschaft der Völker“-Fest (Sommerbühnen Aschaffenburg)

16. bis 18. Juli 2021 im Nilkheimer Park

Eine Zeit nach Corona scheint endlich greifbar! Aber wie funktioniert das nochmal, dieses Leben ohne Kontaktbeschränkungen? Wäre doch verwunderlich, wenn unsere Sozialfähigkeiten nach anderthalb Jahren auf der Couch und hinter den Bildschirmen nicht ein wenig ruckeln und quietschen würden! Die Performancegruppe „Kastenwesen e.V. “ bietet auf dem „Brüderschaft der Völker“-Fest (Sommerbühnen Aschaffenburg) vom 16. bis 18. Juli 2021 im Nilkheimer Park an, das alles auf spielerische Weise ein Stück weit zu reparieren.

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In einem Anti-pandemischen Reparatur-Parcours können Besucher*innen in mehreren Stationen besondere Erlebnisse aus ihrer Corona-Zeit in Comics, Kurzgeschichten, Lieder oder Gedichte verwandeln lassen, beim “Ausrasten mit Farbkasten” ihre Frustrationen rauslassen, ein Telefonat mit ihrem zukünftigen Ich führen und auch am utopischen BdV-Festival 2022 basteln. Der „Anti-Pandemische Reparatur-Parcours“ ist bereits der zweite Auftritt der Kastenwesen im Nilkheimer Park. Im Sommer 2019 zelebrierte die Gruppe mit zahlreichen künstlerisch-musikalischen Aktionen das 45-jährige Jubiläum des KOMMZ.

Wer den Parcours besuchen möchte, hat dazu am Freitag, 16. Juli ab 18 Uhr, Samstag, 17. Juli, ab 16 Uhr sowie am Sonntag, 18. Juli ab 14 Uhr die Gelegenheit. Am Ende jeden Tages Abends (Freitag und Samstag um 21.30 Uhr, Sonntag um 17.30 Uhr) gibt es zudem eine kleine Aufführung mit Musik, Geschichten sowie einem theatralen Ritual, in dem man die frustrierendsten Erlebnisse der Corona-Zeit in Rauch auflösen kann.

Die Ergebnisse des Anti-pandemischen Reparatur-Parcours können im Anschluss (ab ca. 22. Juli 2021) allesamt hier eingesehen werden: https://kastenwesen.com/bdv/

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Lied für Hanna

Sie soll studieren, sie soll recherchieren,
sorgsam zitieren und sich kritisch informieren,
sie soll promovieren und Gelder akquirieren,
ständig publizieren und Studierende trainieren,
sie soll anderthalb Jahrzehnte lang ihr Fach repräsentieren
und Präsenzveranstaltungen via Zoom substituieren,
und nebenbei kann sie auch habilitieren, ja
nebenbei soll sie auch habilitieren

[Instrumental 1x]

Sie muss doch nur flexibel agieren
und Konkurrenten eliminieren,
man wird sie fair evaluieren
klar, leider, die Stelle halbieren

Da wird aber wieder was frei
mit Drittmitteln ist sie dabei,
und Familie war auch eh nie ihr Ding, nee,
erst mal einen Umzug nach Unterhaching – ja klar –,
erst mal einen Umzug nach Unterhaching

Sie kennt alle Karrierezutaten,
sie lässt sich schließlich häufig beraten
es geht ihr ja gar nicht ums Geld, oh no,
es geht ihr um den Lehrauftrag in Bielefeld, u-hu,
es geht ihr um den Lehrauftrag in Bielefeld

[Instrumental 2x]

Doch irgendwann ist das Fass voll,
irgendwann werden die klopfen,
irgendwann sagen die bedeutungsvoll:
Sie ist nur hier um zu verstopfen!

Sie muss doch nur akzeptieren,
sie ist hier um sich zu qualifizieren,
das ist doch auch Unabhängigkeit,
man verlangt doch wirklich nicht viel,
das ist doch auch ne Chance, komm, mensch,
das ist doch auch ne Chance
für den Neustart in Kiel, oh ja – ja
für den Neustart in Kiel.

[Instrumental 1x]

Dann kommt ne Mail und da steht im Betreff:
“Kennst Du das Video vom BMBF?”
“Denk das nochmal ganz von Beginn,
hinter allem steckt doch EIN SINN!
Mensch, hinter allem steckt doch EIN SINN!”

Hinter allem steht doch Innovation,
hinter ihr steht doch die Institution
noch bis März, denn dann ist sie frei,
für den nächsten Schritt in der Phrasendrescherei.
Ja, für den nächsten Schritt in der Phrasendrescherei.

[Instrumental 1x]

Das alles ist Hanna, das gesamte System,
kann ich’s nur nicht verstehen oder liegt da das Problem?
Hat sich sicher irgendjemand was sehr Schlaues einfall’n lassen,
ich frag nur für ne Freundin: können wir’s jetzt wieder lassen!?

Wir alle sind Hanna, auch wenn wir erst studieren,
und wieder einmal unsere Betreuerin verlieren,
auch wenn wir zu den fünf Prozent der Glücklichen uns zählen,
die den Rest entlassen, um ihn neu zu erwählen,
auch wenn wir lange schon das Land verlassen haben,
weil die uns nicht ne neue Frist nach WissZeitVG gaben
weil die uns nicht ne neue Frist nach WissZeitVG gaben

weil wir weiter daran glauben,
dass sie uns schätzen und uns brauchen,
drum bastel’ ich einen Banner,
mit dem Hashtag: #ichBinHanna – oh yeah!
Ihr kennt den Hashtag #ichBinHanna – jajaja!
Tweeted den Hashtag #ichBinHannaaaaa!
Der Hashtag bleibt #ichBinHanna (Hannah – Hannah – Hannah)
Hoch das Banner!

(Work in Progress, Update vom 23. Juni 2021)

Du hast noch nicht von Hanna gehört? Schau hier: https://ichbinhanna.wordpress.com/
Hashtag: https://twitter.com/search?q=%23IchbinHanna&src=recent_search_click

  • Lukas (Text) & Phil (Musik)
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The Time Will Come

Frohe Weihnachten an euch alle von den Kastenwesen! Als kleine Überraschung haben wir *heute* ein Videoprojekt fertig bekommen, das noch auf einem Quarantänekasten-Shooting im Frühjahr auf der schwäbischen Alb und auf einer Aufzeichnung unseres Online-Kästchens vom 15.11. basiert. Einen großen Dank an alle Beteiligten vor und hinter den Kameras!

Bessere Zeiten werden kommen!

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KASTENWESEN: JETZT HALT ONLINE!

Einladung zur Kastenwesen Online-Live-Bespaßung
am nächsten Sonntag,
15. November 2020, 17 uhr:
https://bit.ly/38qnqcV
Jetzt halt online - klein
Es ist ein schwieriges Jahr, es ist ein Lockdown-Jahr.
Es ist ein Jahr in dem die meisten von uns die meiste Zeit in einem der kleinsten Kästen verbrachten:
unseren eigenen vier Wänden!
Höchste Zeit, sich darüber auszutauschen und das Jahr nochmal Revue passieren zu lassen!
Und vor Allem: Zeit, etwas Lustiges mit Zoom zu machen!Kaffee holen, aufs Sofa kuscheln, Monitor an, in den Kasten gucken:

Die Kastenwesen laden herzlich ein zu einer frühabendlichen Live-Bespaßung in Deinen eigenen vier Wänden:
“Jetzt halt Online!”
Wir sehen uns:
15. November 2020, 17 uhr,
LIVE VIA ZOOM:
https://bit.ly/38qnqcV,
Meeting ID: 963 0952 0288

 

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Album Cover Challenge #1

“Attention… attention! The Außenstelle der Skurrilen Bibliothek Köln-Bonn cordially invite you to join the first ‘Album Cover Challenge’ in Germany (we know, very exciting). Here is an album cover we designed tonight. The challenge is, you all come up with a band name and an album name to match the image.

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Artwork by Tolmie MacRae, https://tolmiemacrae.com/, Photograph & Idea by Corinna Speth

The idea is to create images youself for others to create names to match the image (album cover).”

Send suggestions for a band & album name to lukas@kastenwesen.com.
Continuously updated:

Contributed Suggestions:
Moratorium on Mars – The Children Are Asleep Now
(Lukas)

Falling Gods – Final Frontiers
(Anderer Stephan)

Lampyris noctiluca – glow to death
(Vera)

AufJedenFall – Sparkeling Pirates and Farting Fairies
(Sandra)

Jungelist Factory – Return of the Solar Storm
(Corinna)

Dark Matters – Dark Matters
(Carl)

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Ein formloser Mitgliedsantrag von Doro/thea

Bald ist es schon ein Jahr, dass die Kastenwesen am 23. November 2019 um 19:09 Uhr im Kreisjugendheim Ernsthofen zum eingetragenen gemeinnützigen Verein geworden sind…! Nach und nach stellen auch die letzten, damals nicht anwesenden Wesen einen offiziellen Mitgliedsantrag, der laut unserer schönen neuen Satzung (§3.2) formlos oder formvollendet an den Vorstand gestellt werden können. Soeben hat uns ein solcher von Doro/thea im Video-Format erreicht. Der Antrag wird umgehend an alle Mitglieder weitergeleitet. Die Mitglieder müssen innerhalb von 2 Wochen zustimmen oder Einwände erheben. Enthaltung gilt als Zustimmung.

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Corona-Wg: Die Corona WG gibt’s noch

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Es ist ne Weile her, dass ich die Sachen gemacht habe, die mir Spaß machen. Aber jetzt bin ich zurück an meinem Schreibtisch und schreibe. Noch eine Sache, die ich lange nicht gemacht habe: Radfahren und Musikhören. Mittlerweile mache ich das wieder und ich muss sagen: Es ist sehr geil. Die letzten zwei Wochen hat mich sowohl Corona, als auch die Arbeitslosigkeit in ein Loch geworfen. Fehlende Bewegung, schlechtes Wetter, fehlende Möglichkeiten einfach mal rauszukommen und mein Bescheid über die Höhe meines, mir vom Staat gebilligten Geldes für meinen Lebensunterhalt haben ihr Übriges getan.

Für mich war immer klar, dass ich in ein Loch fallen werde, wenn der von außen aufgedrückte Tagesrhythmus wegfällt und mir alles um die Ohren fliegt. Dass es so lange gedauert hat, bis es passiert, war sowohl Corona und auch der Corona WG zu verdanken. Alle saßen in einem ähnlichen Boot wie ich. Jetzt bin ich aber fast wieder raus aus diesem Loch an Untätigkeit und das liegt an vielen kleinen Dingen, die durch Zufall durchs Fenster der Corona WG geflogen kamen. Eine Freundin hatte ein Rad in ihrem Keller, das sie nicht mehr braucht und das sie mir überlassen hat. Ich hatte total vergessen, wie viel Spaß radln macht und wie sehr mir das gefehlt hat. Zu Fuß gehen fand ich schon immer irgendwie doof. Mensch braucht ewig, um von A nach B zu kommen. Vor ein paar Wochen haben wir Freunde auf ein oder zwei Bier (und auch Pfeffi) im Garten des Fischerhauses besucht. Wir sind hin und wieder zurückgelaufen, insgesamt wohl eineinhalb Stunden Fußweg und ich hatte Muskelkater – kein Scheiß. Wie unbewegt war ich denn bitte die letzten zwei Monate? Oder wie alt ist mein sonst so verlässliche Körper eigentlich? Mit meinem neuen Drahtesel hab ich dann auch gleich eine längere Tour gemacht, fragt nicht warum. Hier kommt die Kurzfassung: Ich musste vom Bahnhof in Erlangen in den Röthelheimpark im Osten, um meinen Wohnungsschlüssel zu holen. Dann musste ich nach Alterlangen, im Westen und in meine eigene Wohnung (Ja, die gibt’s noch), um den Ersatzschlüssel für das Auto meines Mitbewohners zu holen. Dann ging es in den Erlanger Süden, um dort das Auto passend zum Schlüssel zu holen. Damit bin ich dann in ein Dorf nördlich von Erlangen gefahren, um die Kindersitze zu den entsprechenden Kindern zu bringen. Dann das Auto wieder zurück in den Erlanger Süden. Dann auf einen Plausch zu einer alten Kommilitonin, die zufällig neben der Wohnung der Freundin meines Mitbewohners wohnt. Dann habe ich noch beschlossen, etwas Gutes zu tun und bin bei der Blutspende gewesen. 18.50 Uhr dagewesen und um 20.30 Uhr wieder raus. Nicht weil mein Blut so langsam läuft (Rekordzeit von 9,5 Minuten für 500 ml Blut), sondern weil Corona. Dann in die Stammkneipe und dann wieder in den Erlanger Osten, weil Corona WG. Das hat auf der einen Seite dazu geführt, dass sich meine Laune erheblich gebessert hat und auf der anderen Seite mir der Arsch weh tut, weil ich scheinbar nicht mal mehr Fahrradfahren gewohnt bin. Yeah, 30 ist n geiles Alter.

Was noch dazu geführt hat, dass ich mich aus dem Loch ganz gut rausgezogen habe, war ein spontaner Trip in den Süden von Nürnberg, um Freunde und deren Kinder zu besuchen. Einfach mal raus. Wie beim Fahrradfahren wusste ich vorher nicht, wie sehr mir das gefehlt hat, einfach mal aus Erlangen zu verschwinden. Außerdem sind Kinder toll, wenn es nicht die eigenen sind. Wenn ich so darüber nachdenke, wie schön es war, dort einfach mal zweieinhalb Tage an wenig anderes zu denken, merke sich, wie ich mich dabei ertappe, meine eigenen Gedanken übertrieben zu finden. Es waren nur knapp 48 Stunden, die ich nicht in der Corona WG und ohne viel texten oder Nachrichten verbracht habe. Spinn mal nicht rum, denke ich mir. Ich bin vorher wegen Arbeit auch nicht dauernd woanders hingefahren, aber gerade jetzt habe ich gemerkt, wie sehr es mir gefehlt hat, einfach in den Zug zu steigen und weg zu sein. Oder Musik zu hören und zu lesen oder zu schreiben. Aber genau das habe ich in der letzten Woche gemacht.

-Lea K.

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Corona-Wg: Mal wieder so richtig aufregen

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Die letzten eineinhalb Wochen verging kein Tag, an dem ich mich nicht aufregen musste. Das hat nichts mit Corona zu tun, sondern mit den Privilegien, die wir haben – oder auch nicht.

George Floyd wurde von einem Polizisten ermordet und daraufhin geht es in den USA auf die Straße. Viele demonstrieren friedlich, andere nutzen die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, um zu plündern und zu brandschatzen. Der Tod eines Mannes wird instrumentalisiert und das ist widerlich. Ein Demonstrant fasst das ganz gut zusammen, finde ich. Die Polizei geht mit Gewalt gegen die Proteste vor und schlagen und treten Demonstrant*Innen. Ebenfalls widerlich. Die Videos davon landen im Netz.  Auch Journalist*Innen werden bei ihrer Arbeit behindert.  Es gibt bei diesem ganzen Chaos aber auch positive Stimmen. Polizist*Innen und Bürgermeister*Innen, die solidarisch auf die Knie fallen. Und was macht Donald Trump? Er lässt mit Tränengas Demonstrant*Innen verscheuchen, um dann mit einer Bibel vor einer Kirche zu posieren. Er möchte das Militär auf den Plan rufen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Auch das ist einfach nur widerlich. Ich bin hin und hergerissen zwischen Solidarität, Liebe, Ekel und Fassungslosigkeit. Ich finde es so gut, dass sich viele mit den Menschen solidarisieren und sie zusammen auf die Straße gehen. Ich hoffe, von diesem Gefühl bleibt am Ende etwas übrig, das die Situation für die benachteiligten Menschen besser macht und dass nicht nur auf dem Papier alle Menschen gleich sind, sondern dass niemand Angst haben muss, wegen der Hautfarbe diskriminiert zu werden. Ich hoffe, dass sich die Menschlichkeit durchsetzen wird.

Ich bin auch auf ein anderes Privileg gestoßen, bei dem ich dachte, das müsste doch mittlerweile jeder wissen und gerade mein Freundeskreis besteht aus offenen, gebildeten Menschen. Oder nicht?

Am Samstag saßen wir zu fünft (mit Abstand) im Röthelheimpark und kamen über das Donaulied (und ob es verboten werden sollte) auf das Thema Sexismus. Drei von fünf Menschen am Samstag waren Männer und zwei davon haben noch nie vom Gender Pay Gap gehört, also das Frauen im Schnitt 21 bzw. 6% weniger Geld verdienen als Männer, die die gleiche Qualifikation haben. Ich dachte, das ist mittlerweile bekannt. Auch bekannt sollte doch sein, dass Frauen immer noch diskriminiert werden, im Job, auf der Straße oder beim Feiern. Das Krasseste fand ich aber, dass die beiden Männer uneinsichtig waren. Nach dem Motto “Das kann ich mir nicht vorstellen, das kommt bei uns nicht vor. In unserer Firma würden wir Frauen einstellen, wenn sich die bewerben würden.” Ich finde es toll, wenn du keine Erfahrung mit Sexismus und Diskriminierung gemacht hast, das heißt aber nicht, dass es nicht Teil meiner Lebensrealität und der Lebensrealität vieler Frauen ist. Natürlich bin ich in vielen Dingen privilegiert. Ich bin als weiße Frau in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ich hatte mehr Glück als viele andere Frauen. Mit dieser Ignoranz hätte ich aber nicht gerechnet, vor allem nicht in meinem Freundeskreis. Da kommt wohl echt noch ein Stück Arbeit auf uns zu.

-Lea K.

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