QUARANTÄNEKASTEN

Damit wir nicht alle die Wände hochlaufen in der sozialen Isolation, möchten wir hiermit einen kleinen therapeutischen Online-Quarantänekasten eröffnen, in den wir einige der Fragen packen, die uns allen gerade durch den Kopf gehen. Vielleicht bietet kreativer Output auch manchmal ein gutes Ventil:

  • Kochrezepte für das beste Quarantäne-Food, wenn Mehl und Nudeln mal ausgehen
  • Pandemic-Playlists auf Soundcloud oder Spotify, die gut zur aktuellen Stimmung passen
  • Quarantäne-Tagebücher in Form von Handyvideos oder Podcast-Tonaufnahmen
  • Fotos der schönsten vernachlässigsten Orte, die man gefahrlos aufsuchen kann
  • Vielleicht ist jemand ja sogar nach einem therapeutischem Gitarrensong oder einem Beckett’schen Home Alone-Drama zumute…?

Lasst uns das Wahnsinnig-werden eindämmen. #flatten the insanity!
Wenn Du mitmachen willst und (noch) keinen Account hast, schick einfach eine Mail an Lukas (ät) Kastenwesen.com

Mehr zum Quatantänekasten!

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Corona-Wg: Die Corona WG gibt’s noch

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Es ist ne Weile her, dass ich die Sachen gemacht habe, die mir Spaß machen. Aber jetzt bin ich zurück an meinem Schreibtisch und schreibe. Noch eine Sache, die ich lange nicht gemacht habe: Radfahren und Musikhören. Mittlerweile mache ich das wieder und ich muss sagen: Es ist sehr geil. Die letzten zwei Wochen hat mich sowohl Corona, als auch die Arbeitslosigkeit in ein Loch geworfen. Fehlende Bewegung, schlechtes Wetter, fehlende Möglichkeiten einfach mal rauszukommen und mein Bescheid über die Höhe meines, mir vom Staat gebilligten Geldes für meinen Lebensunterhalt haben ihr Übriges getan.

Für mich war immer klar, dass ich in ein Loch fallen werde, wenn der von außen aufgedrückte Tagesrhythmus wegfällt und mir alles um die Ohren fliegt. Dass es so lange gedauert hat, bis es passiert, war sowohl Corona und auch der Corona WG zu verdanken. Alle saßen in einem ähnlichen Boot wie ich. Jetzt bin ich aber fast wieder raus aus diesem Loch an Untätigkeit und das liegt an vielen kleinen Dingen, die durch Zufall durchs Fenster der Corona WG geflogen kamen. Eine Freundin hatte ein Rad in ihrem Keller, das sie nicht mehr braucht und das sie mir überlassen hat. Ich hatte total vergessen, wie viel Spaß radln macht und wie sehr mir das gefehlt hat. Zu Fuß gehen fand ich schon immer irgendwie doof. Mensch braucht ewig, um von A nach B zu kommen. Vor ein paar Wochen haben wir Freunde auf ein oder zwei Bier (und auch Pfeffi) im Garten des Fischerhauses besucht. Wir sind hin und wieder zurückgelaufen, insgesamt wohl eineinhalb Stunden Fußweg und ich hatte Muskelkater – kein Scheiß. Wie unbewegt war ich denn bitte die letzten zwei Monate? Oder wie alt ist mein sonst so verlässliche Körper eigentlich? Mit meinem neuen Drahtesel hab ich dann auch gleich eine längere Tour gemacht, fragt nicht warum. Hier kommt die Kurzfassung: Ich musste vom Bahnhof in Erlangen in den Röthelheimpark im Osten, um meinen Wohnungsschlüssel zu holen. Dann musste ich nach Alterlangen, im Westen und in meine eigene Wohnung (Ja, die gibt’s noch), um den Ersatzschlüssel für das Auto meines Mitbewohners zu holen. Dann ging es in den Erlanger Süden, um dort das Auto passend zum Schlüssel zu holen. Damit bin ich dann in ein Dorf nördlich von Erlangen gefahren, um die Kindersitze zu den entsprechenden Kindern zu bringen. Dann das Auto wieder zurück in den Erlanger Süden. Dann auf einen Plausch zu einer alten Kommilitonin, die zufällig neben der Wohnung der Freundin meines Mitbewohners wohnt. Dann habe ich noch beschlossen, etwas Gutes zu tun und bin bei der Blutspende gewesen. 18.50 Uhr dagewesen und um 20.30 Uhr wieder raus. Nicht weil mein Blut so langsam läuft (Rekordzeit von 9,5 Minuten für 500 ml Blut), sondern weil Corona. Dann in die Stammkneipe und dann wieder in den Erlanger Osten, weil Corona WG. Das hat auf der einen Seite dazu geführt, dass sich meine Laune erheblich gebessert hat und auf der anderen Seite mir der Arsch weh tut, weil ich scheinbar nicht mal mehr Fahrradfahren gewohnt bin. Yeah, 30 ist n geiles Alter.

Was noch dazu geführt hat, dass ich mich aus dem Loch ganz gut rausgezogen habe, war ein spontaner Trip in den Süden von Nürnberg, um Freunde und deren Kinder zu besuchen. Einfach mal raus. Wie beim Fahrradfahren wusste ich vorher nicht, wie sehr mir das gefehlt hat, einfach mal aus Erlangen zu verschwinden. Außerdem sind Kinder toll, wenn es nicht die eigenen sind. Wenn ich so darüber nachdenke, wie schön es war, dort einfach mal zweieinhalb Tage an wenig anderes zu denken, merke sich, wie ich mich dabei ertappe, meine eigenen Gedanken übertrieben zu finden. Es waren nur knapp 48 Stunden, die ich nicht in der Corona WG und ohne viel texten oder Nachrichten verbracht habe. Spinn mal nicht rum, denke ich mir. Ich bin vorher wegen Arbeit auch nicht dauernd woanders hingefahren, aber gerade jetzt habe ich gemerkt, wie sehr es mir gefehlt hat, einfach in den Zug zu steigen und weg zu sein. Oder Musik zu hören und zu lesen oder zu schreiben. Aber genau das habe ich in der letzten Woche gemacht.

-Lea K.

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Corona-Wg: Mal wieder so richtig aufregen

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Die letzten eineinhalb Wochen verging kein Tag, an dem ich mich nicht aufregen musste. Das hat nichts mit Corona zu tun, sondern mit den Privilegien, die wir haben – oder auch nicht.

George Floyd wurde von einem Polizisten ermordet und daraufhin geht es in den USA auf die Straße. Viele demonstrieren friedlich, andere nutzen die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, um zu plündern und zu brandschatzen. Der Tod eines Mannes wird instrumentalisiert und das ist widerlich. Ein Demonstrant fasst das ganz gut zusammen, finde ich. Die Polizei geht mit Gewalt gegen die Proteste vor und schlagen und treten Demonstrant*Innen. Ebenfalls widerlich. Die Videos davon landen im Netz.  Auch Journalist*Innen werden bei ihrer Arbeit behindert.  Es gibt bei diesem ganzen Chaos aber auch positive Stimmen. Polizist*Innen und Bürgermeister*Innen, die solidarisch auf die Knie fallen. Und was macht Donald Trump? Er lässt mit Tränengas Demonstrant*Innen verscheuchen, um dann mit einer Bibel vor einer Kirche zu posieren. Er möchte das Militär auf den Plan rufen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Auch das ist einfach nur widerlich. Ich bin hin und hergerissen zwischen Solidarität, Liebe, Ekel und Fassungslosigkeit. Ich finde es so gut, dass sich viele mit den Menschen solidarisieren und sie zusammen auf die Straße gehen. Ich hoffe, von diesem Gefühl bleibt am Ende etwas übrig, das die Situation für die benachteiligten Menschen besser macht und dass nicht nur auf dem Papier alle Menschen gleich sind, sondern dass niemand Angst haben muss, wegen der Hautfarbe diskriminiert zu werden. Ich hoffe, dass sich die Menschlichkeit durchsetzen wird.

Ich bin auch auf ein anderes Privileg gestoßen, bei dem ich dachte, das müsste doch mittlerweile jeder wissen und gerade mein Freundeskreis besteht aus offenen, gebildeten Menschen. Oder nicht?

Am Samstag saßen wir zu fünft (mit Abstand) im Röthelheimpark und kamen über das Donaulied (und ob es verboten werden sollte) auf das Thema Sexismus. Drei von fünf Menschen am Samstag waren Männer und zwei davon haben noch nie vom Gender Pay Gap gehört, also das Frauen im Schnitt 21 bzw. 6% weniger Geld verdienen als Männer, die die gleiche Qualifikation haben. Ich dachte, das ist mittlerweile bekannt. Auch bekannt sollte doch sein, dass Frauen immer noch diskriminiert werden, im Job, auf der Straße oder beim Feiern. Das Krasseste fand ich aber, dass die beiden Männer uneinsichtig waren. Nach dem Motto “Das kann ich mir nicht vorstellen, das kommt bei uns nicht vor. In unserer Firma würden wir Frauen einstellen, wenn sich die bewerben würden.” Ich finde es toll, wenn du keine Erfahrung mit Sexismus und Diskriminierung gemacht hast, das heißt aber nicht, dass es nicht Teil meiner Lebensrealität und der Lebensrealität vieler Frauen ist. Natürlich bin ich in vielen Dingen privilegiert. Ich bin als weiße Frau in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ich hatte mehr Glück als viele andere Frauen. Mit dieser Ignoranz hätte ich aber nicht gerechnet, vor allem nicht in meinem Freundeskreis. Da kommt wohl echt noch ein Stück Arbeit auf uns zu.

-Lea K.

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Corona-Wg: es wird wieder voller

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Die vergangenen Tage war ich mit dem Longboard unterwegs, weil mein Rad immer noch kaputt in meinem Keller steht. Vor vier Wochen war das quasi der Himmel auf Erden. Die Straßen waren frei, es waren kaum Autos unterwegs und so konnte ich über die Straßen der Hugenottenstadt fahren, ohne dass dauernd jemand hinter mir gehupt hat. Diese Zeiten sind vorbei. Meistens trage ich mein Board jetzt durch die Stadt und fahre nur kürzere Strecken, weil einfach zu viel los ist. Der einzige Unterschied sind die Masken, die die Menschen tragen, bzw. unter dem Kinn baumeln lassen und natürlich, dass viel mehr los ist, als noch vor einem Monat.

Menschen haben in den Städten gegen die Maßnahmen der Bundesregierung demonstriert, weil sie sich ihre Freiheit zurückwünschen. Ich finde das irgendwie seltsam, haben wir doch in Deutschland keinen richtigen Lockdown gehabt. Italien, Frankreich und Spanien, da könnte ich solche Demos eher verstehen. Die Menschen dort sind seit Monaten in ihren Wohnungen und die Ausgangssperren, die dort wirklich als solche zu bezeichnen sind, sind echt hart. Dazu muss ich noch sagen, dass ich in einer großen Luxussituation lebe. Ich habe keine Kinder, ich habe eine Wohnung und ich bin nicht auf die Hilfe andere Menschen angewiesen, weil ich selbst einkaufen gehen kann und innerhalb von fünf Minuten im Grünen bin. Wie es aktuell für Eltern im Homeoffice ist, mag ich mir garnicht ausmalen. Außerdem ist meine Existenz aktuell nicht bedroht. Ich habe zwar keinen Job, aber bescheidenes Geld vom Staat reicht für mich aus. Ich habe kein Geschäft oder kein Restaurant oder eine Bar, die mein Leben bedeutet, außer vielleicht meine Stammkneipe.

Ich bin auch im Prinzip nicht gegen Demonstrationen, zu welchem Zweck auch immer. Es ist ein recht, das wir als deutsche Bürger*Innen haben und das ist wichtig. Wenn auf solchen Veranstaltungen aber Rechte und Verschwörungstheoretiker befinden und der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, finde ich es grob fahrlässig, sich mit diesen Menschen auf einen Platz zu stellen. Ich habe ein sehr bewegendes Interview mit einem Mann aus Thüringen gesehen, der seit Monaten seine Frau nicht mehr im Pflegeheim besuchen konnte. Der Mann rang mit den Tränen. Einem anderen Demonstrationsteilnehmer fiel dann nichts besseres ein, als mit falsch getragener Maske gegen das “Merkel-Regime” zu schreien. Ich finde es einfach eine Frechheit, dass die persönlichen, tragischen Geschichten instrumentalisiert werden. (https://www.facebook.com/reportmainz/videos/539448770022422) Dem Demonstranten ist die Geschichte des Mannes wahrscheinlich völlig egal. Er möchte nur gegen die Regierung meckern, was auch sein gutes Recht ist. Er darf seine Meinung frei äußern, anders als in einem diktatorischen oder autokratischen Staat.

Wie schon vor knapp neun Wochen, ist immer noch alles schwierig. Das einzige, was besser geworden ist, ist die Anzahl der Sonnenstunden. Ansonsten ist alles unsicher. Ich lebe von Tag zu Tag. Mal ist es ein guter Tag, mal ein weniger guter. Ich fühle mich manchmal so energiegeladen, dass ich nicht weiß, wohin damit. Manchmal fühle ich mich so taub, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich jemals wieder produktiv sein kann und aus meinem eigenen Kopf rauskomme. Ich bin passiv, ich bin müde, ich bin lustlos. Ich schlafe viel, ich schlafe schlecht. Mir fehlt die Struktur in meinem Alltag, die mir hilft, mein Leben zu führen. Ich bin abhängig von diesen äußeren Faktoren, damit ich funktionieren kann. In manchen Momenten habe ich so viel auf meiner Liste, dass mich selbst die kleinen Dinge, wie einkaufen, völlig überfordern, weil ich einfach keine Lust habe, mich überhaupt zu bewegen.

Aber heute ist Feiertag und ich werde versuchen, einen Platz in meiner Stammkneipe zu bekommen, um wenigstens etwas erledigt zu haben.

-Lea K.

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Outdoor Tipps mit Willi aus dem Wohnwagen: Season Finale

Der letzte Willi seiner Art… vielleicht sieht man sich irgendwann wieder!
Der Quarantänekasten dankt für die tolle Staffel!

 

 

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Flusskuss Zwei

Mal ganz ohne Quarantäne-Bezug: Es gibt noch nicht genug Songs über Flüsse! Vera und ich wollten das (mal wieder) beheben und haben ein paar Zeilen zu Begegnungsmöglichkeiten an Wasserufern eingefangen…

Irgendwo da fließt ein Fluss, der wie ein jeder seiner Art
auf seine stille Weise leise viel verspricht und wenig muss
Sein Name ist eher unbedeutend, unbedichtet seine Strände
in Symbolik unbeschritten, freies offenes Gelände

Er steht gewiss für beide Seiten einer Ferne, die zu gerne
wir mit Blicken überbrücken, die uns zueinander leiten
auf Linien, die sich stets verzweigen, bündeln, brechen,
stille Reigen, bis der Fluss sie weiter trägt

Wer ich war und wer ich werde,
wer ich nie gewesen bin
Was ich in die Wellen trage,
wo will, wo kann das mit uns hin?
Treibholz das ich mit mir führe,
lass ich mit der Strömung ziehen

An den Ufern unserer Wünsche
gewandelt in die Brandung steigen
Wenn ich an den Wassern stehe
weht ein Wind, bringt Neubeginn
was ich darin mit mir trage
zieht uns zueinander hin

Wir steigen keine zwei mal in den gleichen Fluss hinein
Wir wagen neue Schritte, finden Steine als Tritte
und schaffen damit eine Mitte
Wer kann ich, kann ich, kann ich
heute mit Dir sein?

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Corona-WG: Langsam zurück zum Normal?

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Alles wird wieder ein bisschen normaler. Die Spielplätze sind wieder offen, die Biergärten machen wieder auf und auch in Restaurants können wir schon bald wieder essen gehen. Klingt eigentlich gut. Ich lese aktuell wenig Nachrichten, schaue nur am Ende der Woche alle Satire-Sendungen, die ich finden kann. Lache wenn’s zum weinen nicht reicht.

Es passiert gerade auch viel fuck-up Zeug. Mehrfach wurden Journalisten auf Demonstrationen getreten oder zusammengeschlagen. Die Mindestabstandsregeln in Schulen werden eingehalten, aber auf dem Weg zur und von der Schule kann der Abstand nicht gewährleistet werden, weil dann mehr Busse und Fahrer gebraucht werden. Wer das zahlen soll? Keine Ahnung, deswegen scheißen wir mal gepflegt auf diesen Abstand. Ich meine, das kannst du dir einfach nicht ausdenken. Mal sehen, ob in einem Monat die Zahlen wieder nach oben gehen.

Verschwörungstheorien überschwemmen das Netz und genau so viele Verschwörungs-Erklär-Videos tauchen auf. Nein, Bill Gates will nicht die Menschheit zwangsimpfen. Ist das so schwer zu verstehen? Werden gerade viele Menschen einfach irgendwie wahnsinnig, weil sie es nicht aushalten können, sich mit sich selbst zu beschäftigen oder sich mal mit gar nichts zu beschäftigen? Ich meine, ich bin keine krasse Selbstoptimiererin, aber ich versuche, mit mir selbst klarzukommen und nicht durchzudrehen. Ich hab sogar angefangen, jeden Tag zu meditieren, obwohl ich mir manchmal immer noch sehr seltsam und hippie-mäßig vorkomme. Aber was soll’s, ich hab’ das Gefühl, dass es mir beim Fokussieren hilft. Ich bin zwar immer noch nicht gut darin, ohne äußere Anreize viel auf die Kette zu kriegen, aber wenigstens ab und zu bekomme ich irgendwas gebacken. Zum Beispiel beim Wohngeldamt endlich jemanden an die Strippe zu bekommen. Es ist zwar nicht mein zuständiger Betreuer, aber was soll’s. Wohngeld sieht aktuell eher mau aus, aber was könnte mehr Spaß machen, als ein paar Formulare auszufüllen. Was von der To-Do-Liste gestrichen!

Beim Großen geht auch langsam was vorwärts. Wir haben Stellenangebote rausgesucht. Immerhin etwas. Wird nicht leicht, irgendwas für ihn zu finden, weil es seit knapp fünf Jahren an seinem Master sitzt und die letzten eineinhalb Jahre quasi nichts gemacht hat. Wie schreibt man so ein Anschreiben? “Ich weiß, ich hab die letzten Jahre nichts gemacht, aber ich kann ‘n paar Sachen, vielleicht, wäre cool, wenn ihr mich einstellen würdet?” Eher schwierig. Vor allem ist Elektrotechnik ein Feld, in dem ich mich absolut nicht auskenne und daraus dann eine Bewerbung zu zaubern, nicht zwangsläufig meine Stärke.

Es gibt also einige Baustellen. Ich bin mal gespannt, was die Lockerungen so mit sich bringen und hoffe, dass die meisten Leute vernünftig sind. Falls nicht, bleib ich einfach noch eine Weile in der Corona WG. Das Essen ist nämlich ziemlich gut.

-Lea K.

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Hainz Hai/Christian Drosten-Rap Battle Behind the Scenes (Prod. by Soulker)

Falls ihr unserem Multi-User-Online-Quarantänekasten SMUQ noch nicht folgt, da geht es gerade ab…! Das Prinzip ist in vier parallelen Räumen das gleiche, dass nämlich User*innen  (also auch DU, einfach nur in die Warteliste eintragen) in ein Textfeld freie oder vorgeschlagene Zeilen eingeben können, und wir den Raum dann entsprechend “umbauen”, d.h. die bisherige Handlung auf die Eingabe hin anpassen. In Lukas’ Quarantäneraum wurden schon länger Christian Drosten und ein Fisch namens Hainz Hai (schweres Alkoholproblem!) eingeschrieben, und am vergangenen Samstag hat Sandra (anonym!) endlich die Eingabe gemacht, die Lukas lange vorgeschlagen, erhofft, bislang aber vergeblich ersehnt hatte:

“Rap-Battle: der Geist von Christian Drosten und Hainz Hai diskutieren die weißen Würfel.”

Ja okay, dass es sich eigentlich um den *Geist* von Christian Drosten handeln sollte, und dass über irgendwelche Bedeutungen diskutiert werden sollte, das wurde erstmal geflissentlich hinten angestellt. Aber: In einer großen bundesweiten Kollaboration wurde – völlig zufällig – überall zugleich an diesem Rap-Battle gearbeitet!

Andi hat zuerst seinen Teil fertiggestellt (Hainz #1):

HAINZ:
Drosten, zisch ab du Dorschkopf mit deinem Schorfschopf,
siehst aus wie eine Makrele so in optisch
deine Rhymes sind Schlussverkauf, Wühltisch
deine Fans sind alle Delfine, Pussies und panisch
mach die Bühne frei für den premium Battlebossfisch
nur echt mit der 5,0 Promille beflutung, notorisch.
Echt jetzt, deine Viren sind nicht kosmisch nur komisch,
ich bin ein prächtiger Fisch, du nur ein infertiler Fetisch,
von Wissenschaftsdeppen mit Kurven und Skalen, metrisch.
Also abzisch!
Ich hab mehr Dosenpfand an Land als du Fischstäbchen fame
Du trägst deinen Kittel gerne weiß, well, pretty lame
Ich hab gehört du ziehst Lines und wärst gerne high,
Pech gehabt, Freundchen, ich bin higher und komm gern vorbei.
Ach einerlei, hier das Original, gestatten: der weiße Hai.
Du scheint allein zu sein; bei mir gibt’s Teil eins bis drei.
Deine Rhymes sind schwerfällig wie Robben die von Felsen droppen und dann und wann blöde aus dem Wasser aufploppen.Covid-19 ist dein heißer scheiß? Damit willst du mich toppen? Öffne ich den Rachen und beiß, hab ich an sich gleich mal covid-20, Nice!

Dann haben Johanna und Phil eine überragende Aufnahme von meinem Text zu Christian Drosten aus Frankfurt geschickt (Track von Soulker):

CHRISTIAN DROSTEN:
Jo, ich bin am Mic, und spille Fakten
jeden Werktag vor Becknackten,
weil ich’s derb mag!
Jeder kennt meinen Namen: Drosten!
geiler Name, geile Haare, geiler Posten!
Du Fisch ziehst am Bahnhof Schnee,
ich hab den Edelstoff von der Charité !
Du Fisch ziehst am Bahnhof Schnee,
ich hab den Edelstoff von der Berliner Charité !
HAINZ:
Okay Drosten,
wo’s denn
deine Crew? Du bist Berlin und nicht
Boston!
CHRISTIAN DROSTEN:
Ich battle auf Twitter alle Spinner und Pfosten
lasse sie fundierteste Replies verkosten
Sie haten, sie trollen, sie
hyperventilieren
ich Flatte ihre Curve um sie dann zu blockieren
Wer so alt aussieht, der lässt den Aluthut rosten
Merk Dir mein Handle:
C-Unterstrich-Drosten

Zum Youtube-Original des Beats

Und zum Schluss hauten Nils und Vera auch nochmal einen Hainz #2 aus dem Hut, der ebenfalls zu dem Beat vertont wurde:

HAINZ:
Der feine Herr Doktor hält sich für’n Phänomen
ich trink Weizen aus Dosen seit dem Paläozen

seit 100.000 Jahren sauf ich mich um den Verstand
und bin noch immer der klügste Fisch an Land

Covid-19 ist skurril, das ist meine Expertise
ich scheiß auf deine sogenannte “Analyse”

Du bist Medienstar
ich bin Bibliothekar

Ich zieh Schnee vorm Bahnhof? Dorsch du bist wohl bekifft,
Ich hab die ganze verdammte Arktis weggesnifft.

Ich zieh meine Lines so wie du deine Keime
In meinem Zettelkatalog find’ ich bessere Reime

Als Podcast-Generator präsentierst du dich hier
Ich zerquetsch dich
wie’n DOSENBIER


Ab sofort nur noch Battle-Rap!

 

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Corona-WG: Frustrierend As Hell

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Mittlerweile hab ich mich so ans Gammeln gewöhnt, ich glaub ich weiß gar nicht mehr, wie man irgendwas machen soll, außer in Jogginghosen zu existieren, zocken, Serien schauen und essen. Wie machen Menschen das, die länger nichts zu tun haben? Ich versuche jetzt jeden Tag vor 11 Uhr aufzustehen und irgendwas zu machen. Mit dem Arbeitsamt zu tun zu haben ist einfach super frustrierend. Ich versuche seit über einer Woche meine Wohnungsamts-Person zu erreichen, das Arbeitsamt sagt dir nämlich nicht wirklich, was du tun musst, wenn dein Arbeitslosengeld nicht reicht. Ich hab irgendwie gehofft, dass sie mit dem Bescheid ‘n Zettel mitschicken, auf dem steht “Ihr Arbeitslosengeld reicht ja nicht mal für Miete und Essen für einen Tag, hier ist, was sie sonst tun können…” Der Zettel existiert leider nicht. Ich hab also zwei Optionen: Wohngeld oder Hartz4, damit ich meinen sehr bescheidenen Lebensstandard aufrechterhalten kann. Für Wohngeld muss mein Mitbewohner einen Strip hinlegen und außerdem müsste ich erstmal irgendjemanden da erreichen. Die Dame vom Jobcenter hat mich am Telefon gefragt, ob ich Unterhalt von meinen Eltern bekomme. Ich meine, ich bin 30 Jahre alt und ich bekomme knapp 470 € Geld vom Amt. Was glauben die Leute denn, wie man leben soll? Meine Tante hat mir für diesen Monat ausgeholfen, aber wahrscheinlich wird das Amt sagen: Warum sollten wir Ihnen Geld geben, es gibt ja offensichtlich Leute, die Ihnen Geld geben können. Oh Mensch, dieser Sozialstaat meint’s ja gut, ist aber super schlecht darin, mir wirklich weiterzuhelfen. Auf meinem WG-Konto ist noch Geld für Nebenkostennachzahlungen oder falls was kaputt geht. Das wird die aber wahrscheinlich nicht interessieren, weil es ist ja Geld und das ist auf einem Konto mit meinem Namen drauf. Es ist frustrierend.

Dazu kommen Selbstzweifel, was ich eigentlich machen soll mit meinem Leben. Arbeiten wäre nett, aber wo und was? Kann ich überhaupt was? Ich denke schon, aber ich bin mir nicht mehr sicher. Was ich gut kann, ist auf jeden Fall gammeln und rumhängen und selbst das ist frustrierend.

Ich dachte immer, mit 30 bin ich alt und hab das Leben endlich verstanden und bin an einem Punkt, an dem zumindest vieles passt. Aktuell passt irgendwie nix, ich bin nur zu faul, überhaupt irgendwas zu machen. Außer natürlich um 16 Uhr ein Glas Wein einzuschenken, weil ich muss ja feiern, dass es 16 Uhr ist und dass wieder ein Tag halb geschafft ist. Life pretty much sucks right now.

Der Lockdown wird wohl bald Geschichte sein, die Frage ist nur, für wie lange. Am Montag haben die Friseur-Salons aufgemacht. Ich versuche wirklich Verständnis für Leute aufzubringen, die sofort einen Termin brauchen, als wäre das die wichtigste Sache der Welt. Ich meine, es ist gut, dass die Läden wieder aufmachen können und hoffentlich nicht mehr so sehr um ihre Existenz bangen müssen. Auf der anderen Seite, gibt es nichts Wichtigeres, was ihr zu tun habt? Scheinbar nicht. Naja, vielleicht die Bundesliga, die scheint ja aktuell sehr wichtig zu sein. Und natürlich die Autoindustrie, die jetzt auf jeden Fall Hilfe braucht. Auf Boni verzichten ist ja nichts für diese Leute. Bestes Zitat hab ich bei der Tagesschau gefunden: “Auch moderne Verbrennungsmotoren lieferten einen ‘erheblichen Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz’, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller im Deutschlandfunk.”

Was bleibt mir da anderes übrig, als mir einmal kräftig mit der flachen Hand gegen die Stirn zu hauen? Ah, es ist 16 Uhr. Ich schenk mir dann doch einfach noch ‘n Glas Wein ein.

-Lea K.

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Corona-WG: Schulen öffnen oder nicht?

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Rezo hat mal wieder ein Video gemacht, das von vielen Menschen gesehen, geteilt und diskutiert wurde (link).

Schulen sollen wieder öffnen und Abschlussprüfungen sollen geschrieben werden. Rezo findet das ziemlich unverantwortlich. Die Hygienestandards in Schulen sind oft unter aller Kanone. Wenn ich an meine eigenen Schule denke, hatten wir zwar pro Klassenzimmer ein Waschbecken, aber ansonsten sah es da auch eher mau aus. Ich verstehe den Druck, den viele Schüler*Innen verspüren. Ein Kumpel von mir meinte, dass die Abiprüfungen auf die Uni vorbereiten, weil das für viele die ersten richtig “großen” Prüfungen in ihrem Leben sind. Meine eigene Erfahrung ist, dass mich meine eigene Schule nicht wirklich auf meinen Studiengang vorbereitet hat, beziehungsweise waren es nicht die Abiprüfungen alleine, sondern viele andere Dinge im Schulalltag. Ich mag aktuell nicht in den Schuhen der Abiturient*Innen stecken. Ich wüsste nicht, was schlimmer ist: Kein Abi schreiben oder ein erhöhtes Risiko, wenn mensch in die Schule geht. Ich sehe und lese von sehr vielen unvernünftigen Menschen. Da will ich aktuell nicht wissen, wie es Jugendlichen gehen, die das Ausmaß entweder nicht verstehen oder nicht erklärt bekommen, worauf es ankommt. Homeschooling scheint ja auch nicht super zu funktionieren. Ich meine, ich kann mich zuhause kaum auf irgendwas konzentrieren, weil es zu viel Ablenkung gibt. Wie es wohl bei den meisten Studierenden oder Schüler*Innen aussieht, will ich mir da gar nicht ausmalen.

Nach knapp fünf Wochen ohne geregelten Alltag fällt es mir schwer, einzelne Aufgaben zu erledigen, weil ich lieber rumgammel, zocke oder schlafe. Alles, was nicht Ablenkung ist, ist gerade schwer durchzuhalten. Ich bin ein Mensch, ich brauche äußere Einflüsse, dass ich den Arsch hoch bekomme. Das Einzige, was hilft, ist mir von außen Deadlines aufdrücken zu lassen. Die Angst, andere Leute zu enttäuschen, ist viel höher als meine eigene Motivation, zu wachsen und was hinzubekommen. Is’ schon irgendwie krass, wie leicht ich in diese Lethargie gerutscht bin und ich hoffe, ich schaffe es da wieder raus. Weil ich krass auf Listen stehe, mache ich mir To-Do-Listen. Wenn ich aber nicht drauf schaue, bringen die aber auch herzlich wenig. Für die nächste Woche habe ich drei feste Termine: Zwei Sendungen fürs Campusradio und eine Streamingveranstaltung. Ich hoffe, dass das mich wenigstens ein bisschen motiviert, was gebacken zu kriegen. Außerdem ballere ich meinen Monitor mit Post-Its zu. Hilft ja nichts.

Ansonsten leben wir in der Corona-WG nebeneinander her. Es ist die meiste Zeit angenehm, aber auch frustrierend, weil wir beide keine Motivation haben und uns nicht gegenseitig pushen, was mir manchmal fehlt. Jeder sitzt an seinem eigenen Rechner und macht Etwas ähnlich triviales. Wir gehen spazieren, kochen zusammen, schauen einen Film, liegen zusammen im Bett. Alles ist so zeitlos und unwirklich in der Blase von 19 qm.

-Lea K.

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Wir bleiben daheim – ein Corona-Kinderlied

Für alle mit kleinen Kids zuhause: eine Freundin von uns und Quarantänekastenleserin, “elusion.” (alias Eva-Luise), hat sich vom Kreativ-output hier inspirieren lassen und ein Kinderlied zum Zuhausebleiben entwickelt; unterlegt von einem supercoolen “anlogen Animationsfilm” aus Standbild- und Objektsequenzen, yeah..!

 

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