Corona-WG, Tag whatever

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Lange nichts mehr gehört. Sorry. Es gab auf der einen Seite nichts zu erzählen und dann war wieder so viel los, dass ich keine Zeit hatte, irgendwas aufzuschreiben.

Am Montag haben wir die erste Party des Semesters gestreamt. Wir sind zwar nicht arte, aber es sah trotzdem ziemlich geil aus. Es war eher eine “wir stampfen das aus dem Boden” Nummer, aber ne ziemlich gute. Jetzt flattern quasi jeden Tag neue Anfragen rein. Partys, Kulturveranstaltungen und so weiter. Es war sehr geil, endlich mal wieder was zu machen, einen Zweck zu haben, was zu machen und den Tag mit etwas Struktur zu füllen. Ich hab zwar keinen Job, aber es ist ein mega gutes Gefühl, was für sich zu machen, was zu lernen und raus aus der Komfortzone zu kommen. Gerne mehr davon. Deswegen werde ich für die Campusmedien mehr machen, mehr Reviews, mehr Sendungen, mehr geiler Scheiß. Soweit das halt irgendwie möglich ist.

Am Montag gibt es Maskenpflicht und weil ich hier keine Nähmaschine habe, hat mir meine Stiefmutter einen Satz geschickt, bin gespannt, wie das so wird. Was das mit den Leuten macht und ob sie sich trotzdem noch an die Abstandsregelung halten werden.

Eine weitere Diskussion beschäftigt mich seit gestern. Ich habe mit meiner besten Freundin aus Schulzeiten telefoniert und da kam es auf das Thema Tracking-Apps. Grundsätzlich laufen die Systeme über Bluetooth und sollen so Kontaktketten nachvollziehen können. Dabei geht es vor allem um Menschen, die zusammen in der Bahn oder im Bus sitzen und sich nicht kennen, aber sich aber gegenseitig angesteckt haben könnten. Diese Daten sollen anonymisiert sein und entweder dezentral oder lokal gespeichert werden. In diese ganze Sache sind natürlich auch Globalplayer wie Google und Apple involviert, die die Geräte ja nun mal herstellen. Für den Spiegel kommt es am Ende auf folgende Frage an: “Es geht am Ende also auch um die Frage, wem die Bürger mehr Vertrauen schenken – dem Staat oder genauer dem Robert Koch-Institut – oder den Unternehmen aus dem Silicon Valley.” Alle Systeme haben Schwachstellen und sind angreifbar. Was die Verschlüsselung angeht, traue ich eigentlich keinem und auch das System allgemein hat immer noch den Schwachpunkt Mensch. Du kannst dein Handy ausschalten, zuhause lassen oder hast gar keins, dann war’s das mit dem smart distancing. (Den ganzen Artikel gibt’s hier)

Der Chaos Computer Club schreibt in einem offenen Brief, im Bezug auf den zentralen Ansatz: “Blickt man realistisch auf das Ziel, dass nämlich die App massenhaft genutzt werden soll, dann ist der zentrale Ansatz schon deswegen hinfällig, weil sich die beiden großen Anbieter mobiler Betriebssysteme bereits dagegen entschieden haben.” (Quelle) Auch der CCC sieht Risiken beim Datenschutz. “Je mehr Daten verarbeitet werden, desto größer ist das Risiko einer De-Anonymisierung – auch durch Dritte, vor denen die Daten geschützt werden müssen.”

Ich persönlich finde die App als eine Pflicht sehr beunruhigend. Orwell lässt grüßen. Unsere Grundrechte wurden schon massiv eingeschränkt und ich bin nicht bereit, Daten weiterzugeben. Es war schon vor vier Wochen die Frage, wie viel Freiheit geben wir auf, um Menschenleben zu schützen. Ich bin bereit, meine eigene Freiheit einzuschränken, zu hause zu bleiben aber Überwachung möchte ich nicht. Es ist schwierig zu beurteilen, wie viel Gutes der Einsatz einer App bringt. Außerdem habe ich Angst, dass die Hemmschwelle der Regierenden nach dieser Corona-Krise so weit runtergefahren ist, dass sie solche Dinge auch jenseits von Krisen anwenden würden. Ich habe meistens Vertrauen in unseren Staat und in die Entscheidungen, die sie treffen, bin aber auch kritisch und informiere mich, so gut es geht. Aber vor einem allmächtigen Staat habe ich trotzdem Angst und ich habe genug Dystopien gelesen, geschaut und gespielt, um zu sehen, wohin die Reise gehen kann. Wahrscheinlich kommt von einigen das Argument, dass Firmen sowieso schon unsere Daten abfragen, uns in gewissem Grade überwachen und versuchen, den Menschen aus Glas zu schaffen.

Puh, es ist schwierig, mit sich selbst zu diskutieren, statt bei ein paar Gläsern Wein an irgendeinem Küchentisch. Das würde ich jetzt viel lieber machen, aber was sollen wir machen? Vielleicht fällt euch ja was dazu ein.

Ein Thema, über das ich noch gerne schreiben möchte, sind die Schulen, aber ich glaube, dass ist ein Post für Morgen!

-Lea K.

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“Du schaffst das nie”-Blues, Rumgejamme

Als einen der allerersten Beitrage im Quarantänekasten überhaupt – und gefühlt auch in einer ganz anderen Zeit, damals Mitte März – hatte Tammi einen “Du schaffst das nie-Blues über die neuartige Pandemie” geschrieben. An dem haben Nils und Phil gestern auch ein wenig rumgejammt, nachdem wir “Hallo Hallo” gebastelt haben… Crappy Bildqualität und Proben-Stimmung, aber vorenthalten wollen wir euch das Ergebnis natürlich trotzdem nicht…!

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Hallo, Hallo!

Hallo Freunde, hier ein toller neuer Song! 😛 Aus dem Quarantänekasten ein Hallo, Hallo!!!
 

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The Time Will Come

Ohne langes Herumgerede, hier ein Song zum Stand der Dinge, den Phil und ich gestern gebastelt haben. Allererster “First Try”, wie immer Work-in-Progress (die unten verlinkte Textfassung ist auch schon ein bisschen weiter entwickelt)!

The Time Will Come!

The Time Will Come, Lyrics und Chords als Pdf

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Outdoor Tipps mit Willi aus dem Wohnwagen, Folge 5: Deep Thoughts from the Deep Woods

Neues von Willi, weiter temporär ohne Wohnwagen, dafür mit tiefgreifenden Gedanken zur Lage der Welt:

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Corona-WG, Tag 31 & 32: Das wird ein langer, langweiliger Sommer

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Da sind wir also. Die meisten Festivals 2020 wurden abgesagt. Uff. Über Festivals zu schreiben, ist etwas schwierig, weil es für jeden etwas anderes ist. Eine Gruppe von Leuten ist wegen der Musik da, die andere wegen der Sauferei und die nächsten, um sich einfach mal aus dem Leben auszuklinken und mit Leuten eine gute Zeit zu haben. Die einen gehen eher auf die riesen Festivals, die anderen bevorzugen kleine. Die einen gehen nicht aufs Gelände, bevor sie sich nicht schick gemacht haben. Aber für alle waren es Erlebnisse, auf die wir uns jedes Jahr freuen. Dieses Jahr war bisher sowieso schon so abgefuckt, dass es jetzt vielleicht auch nur noch die Kirsche auf der Torte ist, aber diese Kirsche schmeckt ziemlich bitter. Was machen wir denn dann diesen Sommer? Livestreams aus den letzten Jahren schauen und dazu Dosenbier trinken? Naja, wenigstens ist das Bier kalt und das Klo direkt nebenan und sauber. Oder die Trottel, die mich die letzten Jahre so genervt haben, weil sie ihr verdammtes Telefon in meine Fresse gehalten haben. Diese Trottel können jetzt nämlich ihre Videos anschauen und warmes 5,0 trinken.

Über Arbeitslosigkeit lerne ich aktuell eine Menge. Die Webseite vom Amt ist eine totale Katastrophe. Nachdem ich es aber geschafft habe, meinen Online-Antrag auszufüllen, wurde mir gesagt, ich brauche Arbeitsbescheinigungen von meinen Arbeitgebern der letzten zweieinhalb Jahren brauche. Mein letzter Arbeitgeber hat eineinhalb Jahre für mein Arbeitszeugnis gebraucht. Ich bin gespannt, wie lange so eine Bescheinigung braucht. Bis die nicht da ist, wird auch mein Antrag nicht bearbeitet. Super. Studienbescheinigung hab ich auch nicht. Mal schauen, wer schneller ist: Das Prüfungsamt oder das Arbeitsamt, wenn es merkt, dass ich nur meine Zeugnisse hochgeladen habe. Wetten werden angenommen.

-Lea K.

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Corona-WG, Tag 27-30: ???

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Irgendwie macht es nicht so viel Sinn, jeden Tag was zu schreiben, wenn nichts passiert. Aber heute wird etwas passieren. Angela Merkel gibt eine Pressekonferenz. Noch ist nicht 100 % klar, was sie sagen wird; damit und mit den Folgen beschäftige ich mich, glaube ich, erst morgen. Die Frau lässt nämlich sehr lange auf sich warten. Während ich diesen Text schreibe, schaue ich immer mal wieder beim Live-Stream vorbei, da tut sich aber nichts.

Heute hat ein neues Kapitel angefangen. Meine erste Arbeitslosigkeit. Das Gute ist, ich lerne neue Sachen. Dass der Arbeitgeber ein Formular ausfüllen muss, zum Beispiel. Ich bin gespannt, wann es mein ehemaliger Arbeitgeber hinbekommt und wann das erste Geld kommt. Wahrscheinlich muss ich meine Mama um Geld bitten, weil meine Fixkosten ja weiterlaufen. Das Einzige, was wegfällt ist mein Monatsabo für den ÖPNV. Wahrscheinlich muss ich meinen Kredit stunden, keine schöne Sache. Aber auch da hab’ ich dann wenigstens was zu tun und in die Wege zu leiten. Nice, kann Dinge erledigen. Der einzige Vorteil, jetzt arbeitslos zu sein, ich kann eh kein Geld ausgeben. Wofür auch? ich bin kein großer Online-Shopper. Die einzigen Dinge, die ich regelmäßig kaufe, sind Konzertkarten, Games und Musik. Klamotten kaufe ich auf Konzerten und Second Hand, also ist auch da erstmal nicht viel los. Für Essen habe ich immer viel Geld ausgegeben, weil Bio und unverpackt und so. Mal sehen, ob ich das noch aufrechterhalten kann. Ist eigentlich gut, wenn man genügsam ist. Ich bin mal gespannt, wie es sich am Existenzminimum so lebt. Allerdings habe ich davor auch keine Angst, ich habe lange genug darunter gelebt. Das Einzige, was mich wirklich hart treffen wird ist, dass ich nichts zu tun habe und keine Aufgaben. Aber nach knapp einem Monat in der Corona WG ist auch das eigentlich ein Klacks. Alles also gar nicht so schlimm, zumindest noch.

Ich werde mir einige Aufgaben suchen, nämlich regelmäßig Texte zu schreiben. Damit ich in der Übung bleibe und so.

Zu Ostern gab es bei uns in der Corona WG sogar fancy Essen, nämlich Spargel, garniert mit einem Haufen Wein und Videochats. Es ist immer noch nicht seltsam geworden, auf 19 qm zu zweit zu wohnen. Manchmal möchte ich gerne in meine eigene Wohnung, weil ich da so viel sauber machen könnte, aber ansonsten habe ich hier alles was ich brauche. Damit meine ich vor allem meinen PC, denn der ist überlebenswichtig für mich. Ich bin gespannt, ob ich es schaffen werde, konsequenter zu sein. Wenn ich keinen Tagesablauf von außen aufgedrückt bekomme, fällt es mir schwer, Dinge täglich zu machen. Ich bin faul und inkonsequent und das geht mir oft ziemlich auf die Nerven. Aktuell bin ich eher skeptisch, dass das klappt.

Mein letzter Arbeitstag gestern war etwas seltsam, weil keiner da war, aber ich hatte mit meinen Kollegen von den anderen Standorten einen Video-Bier-Chat am Nachmittag, was sehr schön war. Denn genau mit diesen Leuten habe ich am liebsten zusammengearbeitet, denn auch sie waren Kreaturen des Internets. Die werden mir ein bisschen fehlen.

-Lea K.

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Corona-WG, Tag 25, 26: Keine Hose, kein Problem

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In dieser verrückten Zeit hat sich tatsächlich jemand zurückgemeldet, bei dem ich vor Corona ein Vorstellungsgespräch gehabt hätte. Das war jetzt online und ratet mal, wer keine Hose anhatte? Yours truly! Diese Gelegenheit konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen und ich muss sagen, ich habe mich sehr professionell gefühlt. Professionell sneaky! Ist nur die Frage, was das jetzt mit dem Job macht. Es ist eine freie Mitarbeit mit ca 10 Arbeitstagen im Monat in München. Die Arbeit klingt sehr interessant, die Rahmenbedingungen? Not so much. Es sei denn, ich kann mir jetzt noch einen Job aus dem Hintern ziehen, der sozialversicherungspflichtig ist. Aktuell seh ich da sehr schwarz. Ich werde mich auf jeden Fall mal wieder weiterbilden und zwar darüber, was zum Teufel es bedeutet, wenn man freier Mitarbeiter ist und was es da für Optionen gibt. Mal sehen, inwiefern mir meine Arbeitsamtsfrau da weiterhelfen kann. Ansonsten stehen bei mir nur Gaming-Projekte an, denn ich habe mir zum Ziel gesetzt, alle Spiele fertig zu spielen, die ich aus Frustration oder aus Langeweile aufgehört habe. Oder Spiele, die ich aus irgendeinem Grund mal gekauft habe und ich keinen blassen Schimmer mehr habe, worum es geht. Viele Menschen haben Leichen im Kleiderschrank. Ich habe Leichen in meiner Steam-Bibliothek. Und diese Leichen werde ich nun hervorkramen, neu installieren und loslegen.

In diesem Prozess gab es schon erste Opfer. Nachdem ich Bastion gespielt hatte, wollte ich mir den Nachfolger geben. Bastion fand ich super. Nice Musik, nette Geschichte, schönes Artwork und genug Klippen, von denen ich mich aus Versehen stürzen konnte. Das ist eine meiner Spezialitäten. Wenn es möglich ist, sich aus großer Höhe in den Tod zu werfen, werde ich es schaffen. Oft. Sehr oft. Und auch wenn es das Spiel gar nicht vorsieht, ich falle trotzdem runter. In Bastion läuft mensch also durch Level und versucht Splitter zu bekommen, mit denen man eben jene Bastion wieder aufbauen kann. Es wird geballtert, es wird geblockt und in meinem Fall wird oft irgendwo runtergefallen. Mega nice. Der Nachfolger Transit ist, naja, anders. Die Steampunk-Welt sieht geil aus, klingt geil. Das Spielprinzip ist rundenbasiert und zwar in scheiße. Ich müsste mir mega viel durchlesen, um die Gegenstände bzw. Fähigkeiten zu verstehen und darauf habe ich keine Lust. Also ab mit dir auf den Haufen an Steam-Leichen. Dafür habe ich aber auch positives zu vermelden, denn einige Leichen habe ich beerdigen können: Deponia Doomsday, Dishonored, Bioshock Infinite und Borderlands 3. Jetzt arbeite ich mich durch AER, Metro Last Night, Rise of the Tomb Raider und dann kommt der Endgegner: Half Life.

Ansonsten bleibt mir ja nicht viel zu tun, außer vielleicht die spannenden Geschichten von Wohnwagen Willi zu verfolgen.

-Lea K.

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Outdoor Tipps mit Willi aus dem Wohnwagen, Folge 4: Tolle Spendentipps

Der Willi  ist wieder da! Nach der letzten Folge nun leider ohne Wohnwagen…! Wir drücken ihm die Daumen und wünschen das Beste!

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SMUQ – Stefans Multi-User-Quarantäne

Werte Mitwesen, jetzt ist der richtige Zeitpunkt:

SMUQ-Link
Aus aktuellem Anlass öffnen die Kastenwesen heute die Pforten von Stefans Multi-User-Quarantäne, kurz SMUQ . In vier parallelen Räumen, die von Andi, Lukas, Stefan und Vera gemeistert werden, gestalten wir uns gemeinsam die Quarantäne aufregend, verstörend, magisch und stets überraschend – und zwar nur anhand eurer Texteingaben! Jede/r kann sich auf unserer Warteliste eintragen und so bald eine Mail bekommen, um die nächste Textzeile zu hinterlassen. Aus dieser gestaltet sich einer der Quarantänekästen unverzüglich auf magische Weise um – und ihr könnt alles live mitverfolgen: Raum#1, Raum #2, Raum #3, Raum #4! Der SMUQ ist eröffnet! Die Details erklärt euch Kili (und HIER noch mal ausführlicher)!

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