DER TIGER

der weiche saum geschmeidig sanfter decke
die sich um meinen kleinen körper rankt
ein tanz der blicke aus der grünen hecke
in der voll angst mein müder wille bangt

nur manchmal schiebt der vorhang der pupille
sich lautlos auf, und tausend jäger dringen ein
durch meine glieder angespannter stille
wird auch mein schlaf des raubtiers beute sein

sein blick bricht tausendfach durch sanfter spiegel scherbe
nie müd geworden, wohin er auch fällt
mir ist, als ob es tausend tiger gäbe
und hinter tausend tigern keine Welt

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7 Responses to DER TIGER

  1. Vernichtende Retterin says:

    Ein Ding-Gedicht, ein Ding-Gedicht! Ich lach mich schlapp, das hat Rilke nicht geschafft 😀

    • Der Lukas says:

      Der musste auch nicht unter Kilis unheimlicher Tigerdecke schlaf finden…!

      • Stefan says:

        Was durch das “verkackt” im Titel noch viel gruseliger wird.

        • Phil says:

          Und man fragt sich, ob der Wille wirklich nur müde war… 😛

          • Vernichtende Retterin says:

            Frag mich grad wie sehr man vom Schicksal oder ähnlichen nicht definierbaren Entitäten bedacht sein muss um selbst “Wilde” zu heißen. Dachte kurz DER LUKAS hieße Wille, da hat mein Kommentar noch mehr Sinn ergeben, aber ich kenne tatsächlich jemanden mit diesem Namen und nach Lesen dieses Gedichts beneide ich diese Person noch mehr.

  2. Vera says:

    und welches ist der originale tiger?

  3. Der Lukas says:

    …and this…. is a story for another day…!

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