Kastenpoesie

Nun denn hieß es, mach etwas zu Kasten – das war dämlich
Fand ich, ist ein Kasten schließlich doch eher gewöhnlich
Und kein besonders spannend Thema.
Doch was macht so ein Poet, wenn er denn nichts zu sagen hat?
Ich habs! Es müssen Reime her.

Ich saß nach eines Tages schweren Lasten
Müde und erschöpft auf meinem Kasten
Um ein wenig dort zu rasten
Und zu schreiben ein paar Worte über eben jenen Kasten
Doch kam da aus dem nichts heran ein Haufen übler Spasten
Die wollten ungehörig gar nach meinem Kasten tasten.
Ich sag: ihr Spasten nehmt die Finger weg von meinem Kasten
Das ist Kunst
Doch dafür hatten diese Spasten kein Verständnis
und so wars denn schnell vorbei mit der Kastenreimerei.

Gehen wir doch nun sodann das Ganze deskriptiver an.
Ein Kasten hat zumeist acht Ecken, die durch Kanten sind verbunden
Und wird von Mathematikern, das sei hier noch erwähnt, auch Kubus gern genannt.
Schaut man aber genauer hin so gibt’s der Kästen viele
Mit vielmehr Ecken oder Kanten und manche haben Stile
Und etwa eine Kerze drin, die heißen dann Laterne
Und, ich weiß man glaubt es kaum, sie leuchten aus der Ferne.

Heureka! Ich hab es nun und weiß auch was es ist.
Kästen mögen von der Art her mannigfaltig sein
Doch die Essenz von allen ist: man tut etwas hinein.
Ich fange den Gedanken ein und lass ihn wieder fliegen
Am Ende werden alle hier in einem Kasten liegen.

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11 Responses to Kastenpoesie

  1. Der Lukas says:

    Ha, wie gut! Um kurz vor 5 nach hause kommen, und Das noch einmal nachlesen, mit mental hinzugefügter Erinnerungs-Prosodie im Kopfkasten!

  2. Der Lukas says:

    Haha, hab grad gesehen, dass Du dem ganzen den Tag “Kunst” verpasst hast, viel zu gut! Bin mal gespannt, wo der noch überall auftauchen wird!
    “Kunst” – das hängt ja einiges dran!

    • Vera says:

      das IST Kunst!

      (DAS ist Kunst / das ist KUNST?)

      • Der Lukas says:

        Hehe, gerne. Ich hab das Wort einfach nur noch nie so ganz verstanden. Aber von mir aus jederzeit!
        Hauptsächlich finde ich das unheimlich cool!

        • Vera says:

          Ich finde, mit diesem Kunsttag kann man auf jeden Fall viel Schabernack anstellen.

          (Dieser Kommentar generiert sich zu 50 % aus dem Bedürfnis, das Wort ‘Schabernack’ darin zu verwenden, sowie zu 50% daraus, darin darauf hinzuweisen, dass die Loberbeeren für diesen GENIESTREICH des Taggens mir gebühren…)

        • Vera says:

          Ja, also, dieser ‘Kunst’-Begriff, der erschließt sich für mich auch irgendwie nie. Also, wann ist der denn irgendwie sinnvoll anwendbar? Und warum ‘adelt’ der dann?! naja, das wäre ein Fall für die Kategorie ‘Warum ich Kunstwissenschaftler immer irgendwie nicht verstehe’ (und zum Glück ja auch gar nicht muss, da ich Medienwissenschaftler bin, und deswegen alles Mögliche geil oder auch scheiße finden darf, ohne mich damit zu beschäftigen, ob das jetzt ‘Kunst’ ist, oder nicht, jippie. )

          Ah, und das kann man jetzt ja sogar wieder mit dem Ausgangstext rückkoppeln;
          Weil ich genau das, was ich irgendwie diffus bemängle, ein wenig auch reflektiert sehe, in der Zeile, “das ist Kunst!”, die ja auch herausgestellt wird, da sie auf nichts gereimt wird [Gedichtinterpretationsmodus off] (HÖHÖ, Kunst kann man nicht reimen!*).

          Und deswegen hat der Text diesen Tag sehr verdient, weil wegen und Meta und so.
           
           
           
           
           
           
           
          *auf Kasten. visuell allerdings bestimmt!

          • Der Lukas says:

            Thihihi, JETZT erschließt sich mir erst die ungeheuren Bemessungen des Tags. Okay, wenn man das diskursiv versteht, dann ist das wirklich eine verdammt gute Positionierung zur Frage nach Kunst, an die erstmal jemand rankommen muss:
            “ihr Spasten nehmt die Finger weg von meinem Kasten
            Das ist Kunst” – geil! Jawohl. Also gut, dann ist das ein Diskurs-Tag, und wir sind gespannt, mit was der sich alles verbinden kann… womöglich, womöglich sogar mit dem alten Schrödinger. Schrödingers Kunst. Ist nur bei geschultem Hinsehen als solche zu erkennen. Aber das hat Duchamp ja schon gemacht. Hm.

  3. Ulli says:

    Was reimt sich wohl auf Silber?
    Dies frug sich einst ein Wilder,
    und wie schauts wohl aus mit Kunst?
    Vera hat kein´blaßen Dunst,
    drum ist dieser Vers verhunzt,
    und bestimmt nicht mit Inbrunst,
    drum end ich rasch, bevors bummst.

    • Der Lukas says:

      Na das wollen wir doch alle nicht – wobei, in so einem tesseraktischen Kasten kann da nicht so viel passieren, vierdimensionale Wände sind immer weiter weg als gedacht!

    • Vera says:

      Wow! das sollte ja fast einen eigenen Eintrag bilden! (und natürlich das Kunsttag erhalten; sowie das Silbertag, das ist dann ja gleich mehrfach umd die Ecke gespielt!)

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